Break-in the hard way?

Gestern Abend haben wir noch auf die niegelnagelneue Fireblade meines Nachbarn (noch mal Glückwunsch, Sven!) angestoßen. Nach mehrjähriger Abstinenz hat er wieder ein eigenes Motorrad und ich einen potentiellen Tourenmitfahrer mehr… 🙂

Beim gemütlichen Begucken des neuen Moppeds kam natürlich auch das Thema „richtiges Einfahren“ hoch. Die Hersteller empfehlen ja die vorsichtige Methode, also während der ersten paar hundert Kilometer nur etwa die halbe Nenndrehzahl erreichen und auch die nächsten 1000km nicht in den Begrenzer drehen. Dies soll den Bauteilen helfen, sich auf einander „einzustellen“ und das Mopped schonend zu seiner vollen Leistung führen. So fährt mein Nachbar sein Motorrad ein und ich würde es wahrscheinlich auch tun.

Kolben (neu)Diese Vorgehensweise ist jedoch nicht unumstritten und es gibt Experten, die ein Einfahren auf „die harte Tour“ empfehlen. Bitte mal das hier lesen.

Kurzgefasst beschreibt der Autor, daß das Einfahren mit Mineralöl und idealerweise auf einem Leistungsprüfstand stattfinden sollte. Dabei wird die Maschine in drei Durchläufen (mit Abkühlpausen) schrittweise bis zur maximalen Drehzahl gedreht. Danach wird das Öl mit dem wahrscheinlich reichlich abgehonten Material abgelassen und kann gegen Synthetiköl getauscht werden. Der Effekt, der erzielt werden soll ist ein sehr viel dichter abschließender Kolbendichtungsring, was zu höherer Leistung und geringerem Ölverbrauch führen soll.

Ich finde die Ausführungen auf der Seite eigentlich ganz einleuchtend, bin mir aber nicht sicher, ob nicht vielleicht andere Teile des Motors einem ein langsames Einfahren danken würden… Vielleicht haben einige der Leser hier Erfahrungen damit? Hobbyracer und Maschinenbauingenieure vor!

5 Comments on “Break-in the hard way?

  1. Schau mal auf http://www.speedzilla.com/forums per Suche nach „break in“ und user „Shazaam!“. Das hat auch meine Meinung gefestigt, ein super Artikel.

    Er beschreibt, das man in den ersten Kilometern es ruhig angehen lassen soll, aber nach einer Weile ruhig mal den Hahn spannen soll, jedoch niemals und Dauerlast. Guck mal rein, lohnt sich.

  2. Danke für den Link, Ben – habe den Artikel gefunden. Sieht so aus, als sollte man den Motor auf den ersten Touren doch mal ein wenig stärker fordern, wenn man ihn zu Höchstleistungen bringen will. Ob ich auf der Landstraße den Unterschied zwischen 172 und vielleicht 165 PS auch merke steht natürlich auf einem anderem Blatt… 😉

  3. Ist sowieso schon zu spät. Musste gestern trotz aller guten Vorsätze feststellen, dass man mit diesem Motorrad irgendwie garnicht langsam fahren kann 😉
    Nachdem ich vorgestern die ersten 260 Kilometer noch genau nach (Hersteller-)Vorschrift gefahren bin, musste ich mir beim gestrigen Ausritt selber eingestehen, dass schneller doch auch irgendwie geiler ist…
    Da ich nur Landstraße gefahren bin ( also nix mit Dauer-Volllast) und vom Begrenzer auch noch deutlich entfernt war, hält sich mein schlechtes Gewissen jedoch in Grenzen…

  4. Ich würd sagen: alles richtig gemacht. Der Günni (ausm Powerwheelie) hat seine TnT auch so eingefahren. Erst Piano, dann nach 250 km schön in die Fresse. Fazit: Leistungsstärkste TnT die der Händler je verkauft und der Prüfstandsmensch in Brünn je gemessen hat.

  5. Das Thema wird tatsächlich kontrovers diskutiert. Ich habe ebenfalls eine schöne neue Buell Firebolt, die ich seit einer guten Woche mein Eigen nennen darf. Der Händler hat mir erzählt, die ersten 300 km nicht über 3000 1/min zu gehen, dann nicht über 4000 1/min bis zur Inspektion bei 1000 km. Im Handbuch steht es wieder anders. Ich habe einen Mittelweg gewählt und mich an in den ersten 300 km an die Vorgaben des Händlers gehalten, danach habe ich bis 500 km nicht mehr als 4000 1/min gedreht und ab alle Gänge sauber bis 5000 1/min ausgedreht und möglichst wechsellastig gefahren. Am Montag ist Inspektionstermin; am Telefon habe ich schon zu hören bekommen, dass 5000 1/min doch schon viel seien (hey hey)… Naja, ich weiß nicht – da scheiden sich wirklich die Geister. Wenn das Schmuckstücker später Öl brauch weiß ich wenigstens woran es liegt! Dann kann ich sie zur Not immer noch auf 1400 ccm aufbohren lassen 😉

    Viele Grüße
    Holger