Schöner Rasen in Schweden

Gerade im Auslandsprogramm des schwedischen Rundfunks gehört gelesen:

Die schwedische Verkehrspolizei wird künftig keine rasenden Motorradfahrer mehr verfolgen. Das teilte ein Sprecher der Zentralen Polizeidirektion in Stockholm mit. Er begründete die Entscheidung mit den Gefahren einer Jagd auf Temposünder mit Hochleistungsmotorrädern. Der Sprecher betonte, es sei sinnlos, andere Verkehrsteilnehmer durch Verfolgungsjagden in Gefahr zu bringen, zumal es meist nur um Übertretungen gehe, die mit Bußgeldern geahndet würden. – Die Verkehrsbehörden rechnen damit, dass die Zahl der in Schweden zugelassenen Motorräder in diesem Sommer 300 000 übersteigen wird.

Das ist wahrscheinlich gar keine so schlechte Idee. Mein Wissen über schwedisches Verkehrsrecht (welches ich ausschließlich aus den Ghostrider-Videos beziehe…) sagt mir ja, dass Verkehrssünder auf frischer Tat gestellt werden müssen, um sie belangen zu können, Zeugenaussagen von Polizisten ziehen da wohl nicht. Warum also mehrere Leben riskieren, wenn sich der Sportsfreund auch alleine zerlegen kann.

Ich denke nicht, dass die Zahl der durch zu hohe Geschwindigkeit verursachten Unfälle signifikant steigen wird (und der Meinug muss die schwedische Polizei auch sein), vielleicht ist die Definition von „schnell“ in Schweden aber auch einfach nur eine andere. Man beachte das Foto, das der Originalartikel verwendet:

rasende BMW

Äh ja… die Cruiser-Fahrer sind ja bekanntlich die Schlimmsten. Und besonders die BMW R 1200 C mit ihren 61PS und über 160km/h Spitzengeschwindigkeit ist den schwedischen Ordnungshütern schon lange ein Dorn im Auge.

2 Comments on “Schöner Rasen in Schweden

  1. Ich finde es ziemlich unglaublich, dass es in Schweden nur 300.000 Moppets gibt… in Deutschland sind es im Moment rund 6.000.000. Gibt’s in Schweden so wenig Menschen, oder woran liegt das!? 😀

  2. Etwa 9 Millionen Schweden gibt’s… Wenn man dann noch bedenkt, dass Moppedfahren dort auch klimatisch uninteressanter ist, ist das schon eine plausible Zahl.