Dies sind die Beiträge aus dem Monat Juni 2009. Für das MoppedBlog in seiner Gänze klicke oben aus das Logo.


Preisfrage: Was sehen wir hier?

Beiwagen oder Beimopped?

Beiwagen oder Beimopped?

Ein Motorrad mit Beiwagen?

Ein Auto mit Beimotorrad?

Irgendwas ganz anderes… auf jeden Fall nichts, was ich fahren würde..?


Mein Geld haben sie schon mal...

Mein Geld haben sie schon mal...

Ein kurzfristig angebotener Termin von Shell Racing führte dazu, dass ich dieses Jahr doch noch mit der R6 in Oschersleben vorstellig werden kann. Vorher versuche ich aber noch ein “kleines” Training in Lüneburg oder am Heidbergring zu ergattern, um meine persönlichen Grenzen auf der neuen Maschine zu ertasten.


Nach sieben Jahren auf dem selben Motorrad ist es entweder Zeit sich schnell mal was Neues zu gönnen oder man fährt eben dieses Motorrad sein Leben lang. Ich habe mich ja für die erste Variante entschieden und bin von der Thundercat auf die R6 gewechselt.

Eigentlich kein radikaler Bruch, schließlich ist die YZF600R Thundercat die “Ur-Oma” der YZF-R6. Betrachtet man das Baujahr 2005, liegen nur zwei R6-Modelle zwischen den beiden Motorrädern die ich noch) die Cat soll ja verkauft werden) besitze.

Auf die Frage, was denn mein neues Motorrad vom Alten unterscheide berichte ich dem Laien meist etwas wie “rund 30 Kilo leichter, 20 PS mehr und ein besseres Fahrwerk”, doch ein wenig mehr ist es doch.

R6 vor Thundercat

R6 vor Thundercat

2005 und 1996

2005 und 1996

Die Fotos machen es eigentlich deutlich: Yamahas 0,6 Liter-Sportler ist über die Jahre ganz schön geschrumpft. Ausladende Verkleidungen sind out, alles was sich jetzt noch dem Wind entgegenrichtet ist der Fahrer selbst. Dies macht sich ab 180 km/h bereits deutlich bemerkbar. Während man mit der Thundercat (+ Racingscheibe) noch bei 200 Sachen recht entspannt Reisen konnte, drückt nun auf der R6 der Wind gnadenlos gegen den Helm. Ein Verstecken hinter der (Original-)Scheibe ist nicht vollständig möglich. Die gegenüber der Thundercat 30 km/h höhere Topspeed (265 km/h) habe ich auf meinem Neuerwerb jedenfalls noch nicht erreicht.

Wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, den Motor konsequent über 5000 Touren zu halten macht das Konzept aller aktuellen 600er (Prinzip “Luftpumpe”) richtig Spaß. Der Motor schnellt freudig und quasi widerstandslos nach oben und will, kaum sind 8000 zusätzliche Umdrehungen vergangen in den nächsen Gang geschaltet werden. Als Fahrer muss man sich nur diesem Willen beugen und dabei gut festhalten. Das geringe Gewicht tut sein übriges…

Thundercat vor R6

Thundercat vor R6

Was fiel mir noch auf während der ersten 700km mit dem neuen Spielzeug:

  • Bei (richtig) flotter Fahrt rauschten 7 Liter auf 100km durch den Motor… Habe ich mit der Thundercat nur auf der Rennstrecke geschafft. Vielleicht sollte ich mich etwas beherrschen…
  • Das Motorrad will schnell(er) gefahren werden. Momentan falle ich noch ständig viel zu tief in eigentlich bekannte Kurven und muss dann wieder Gas zur Stabilisierung geben.
  • Der LeoVince bollert richtig laut. Wahrscheinlich zu laut für einige Strecken – und das mit ABE. Abhilfe: Original-Topf ersteigert.
  • Der Wendekreis der R6 ist größer als bei der Thundercat. Beim Rechtsabbiegen klemme ich mir noch oft die Gashand ein, wodurch die Fuhre natürlich gleich wieder unruhig wird.
  • Die Sitzposition ist (für mich) wirklich kommod. Nach ein bis zwei Stunden Fahrt spüre ich allenfalls ein wenig mein Hinterteil, dass die straffe Federung und die etwas härtere Sitzbank noch nicht gewohnt ist.
  • Das Rangieren geht nun wirklich leicht von der Hand, der Gewichtsunterschied wird hier genauso deutlich wie während der Fahrt.

Fazit: Die R6 und ich könnten gute Freunde werden.


Aus den Tagen als diese Rumgehopse auf Motorrädern noch cool war…

Oldschool Stuntrider

Oldschool Stuntrider

Bei den heutigen Fahrwerken kann das doch jeder (*hüstel*).


Zwei sportliche Motorräder im Haus ist einfach zu viel und nach dem R6-Kauf stünde der Thundercat ein Zukunft als Rumsteh- und Polier-Motorrad bevor. Dazu ist mein ehemaliges Traummotorrad definitv zu schade, deshalb nun nach dem Inserat bei mobile.de auch hier meine kleine Verkaufsanzeige:

1996er Yamaha YZF600R Thundercat zu verkaufen >>Weiterlesen…


Ich bin ja nunmal ein äußerst vertrauenswürdiger Mensch, deshalb ließ mich der Ex-R6-Besitzer auch mit der noch auf ihn angemeldeten Yamaha von dannen ziehen. Natürlich nicht ohne die eindringliche Bitte das mit der Ummeldung möglichst zügig durchzuführen, woran mir aber letztlich auch gelegen war.

Nachdem ich Donnerstag Abend die Hupe wieder zum Hupen gebracht und den provisorischen Reflektor angeschraubt hatte, befand ich die R6 für TÜV-tauglich und beschloss früh am nächsten Morgen mir eine neue Plakette und bei den sich im gleichen Gebäude befindlichen “Landesbetrieb Verkehr” eine neue Zulassung zu holen. Auf den Internetseiten der Stadt Hamburg stieß ich auf den “HamburgService” der es dem (registrierten) Bürger erlaubt, so allerlei Behördendinge, wie auch die “Ummeldung eines KFZ” selbständig übers Netz abzuwickeln. Das klappte erstaunlich gut, nach ein paar Minuten hatte ich eine Transaktionnummer für mein Anliegen und alle Daten von mir, dem Vorbesitzer und dem Motorrad eingegeben. Sogar inklusive des neuen Kennzeichens (HH YZ + mein Jahrgang), für welches eine (ziemliche langsame) Wunschkennzeichensuche zur Verfügung stand.

HamburgService

HamburgService

“Super, das wird mir morgen bei der Ummeldung viel Zeit sparen!”, dachte ich bei mir während ich die Öffnungszeiten kontrollierte. “Freitags nur mit Termin” stand da. Na toll, ein Termin ließ sich zwar auch online beantragen, jedoch nicht mehr am Donnerstag Abend für Freitag morgen.

Also nur TÜV und vielleicht mal mit dem Ausdruck meiner Online-Transaktionsnummer auf dem Amt wedeln…

Die TÜV-Prüfung am nächsten morgen war wie immer in Bergedorf äußerst schnell abgewickelt, nur der 1200er Daytona Fahrer vor mir verursachte ein paar Minuten Stau und Ratlosigkeit bei den Prüfern, da seine Triumph viel zu viel Kohlenmonoxid ausspuckte (etwa 10 mal mehr als meine R6 etwas später), um durch die AU zu kommen, was anscheinend eher selten vorkommt. Da war wohl eine Wiedervorstellung angesagt – nachdem die Vergaser neu eingestellt wurden…

Nachdem ich den neuen TÜV-Aufkleber aufs alte Nummernschild bekam, ging ich ein Stockwerk höher zur Zulassungsstelle und fragte vorsichtig an: “Ich weiss, Freitags nur mit Termin, aber ich habe hier eine Online-Ummeldung, gleich mit Transaktionsnummer…” – “Zeigen Sie mal her, was ist das denn? … Ach so, so ein Internet-Dings. Setzen sie sich kurz, sie werden gleich aufgerufen.”

Wow, VIP-Behandlung auf dem Amt. Fünf Minuten später saß ich schon beim Sachbearbeiter meines Vertrauens der alle Daten dank meiner gestrigen Vorarbeit bereits auf dem Schirm hatte. “Also, hier ist der Brief, der Schein, TÜV und AU Bescheinigung und mein Ausweis… Verdammt, wo ist mein Ausweis?” Der lag noch zu Hause, da ich ihn zum Motorradkauf extra in der Moppedjacke mitgeführt hatte, dann aber, zwecks Transfer an seinen üblichen Ort irgendwo im Hausflur deponiert hatte. Toll. Kein Ausweis, keine Ummeldung. “Dann holen Sie ihn einfach, Sie können dann einfach wieder reinkommen”. Nach Hause sinds keine 10 Minuten, also los! Vorher liess ich mir noch schnell mein neues Kennzeichen anfertigen (€10, da kann man nicht meckern…) und dann schnell durch den einsetzenden Regen nach Hause. Dort schraubte ich das alte Kennzeichen ab, schlüpfte in Zivilklamotten, schnappte mir meinen Pass und ab mit dem Auto zurück zur Zulassungstelle. Dort konnte ich dann schnell dort weitermachen, wo wir eben unterbrochen wurden.

“Wie wollen Sie zahlen? Bar oder EC?”. “EC bitte, moment… Verdammt!!!” Mein Portemonnaie befand sich einige Kilometer weiter in meiner Motorradjacke. Wie blöd kann man eigentlich sein? Ich sorgte schon für leichte Heiterkeit im Büro doch ich hatte Glück im Unglück. Meine Frau – per Handy angerufen – war gerade unterwegs in meine ungefähre Richtung und lieh mir dankenswerterweise ihre EC-Karte und ic brachte den Ummeldungsprozess dann ohne weitere Verzögerungen zu Ende.

Letztlich war ich auch nur eine Stunde später als sonst bei der Arbeit, doch was sehe ich da als ich auf den Firmenparkplatz fahre..? Eine schwarze R6, 2005er Baujahr. “Mein Motorrad! Ich glaub ich spinne! Grade mal ein Dutzend Motorräder in Firma und dann zwei mal die gleiche?!”

Später sah ich dann den recht neuen Kollegen auf der Maschine und sprach ihn auf sein tolles Motorrad an. Ich hätte die gleiche… Ich erfuhr, dass er sie selbst e auch erst vor ein paar Wochen gekauft hatte (mit noch weniger Kilometern, dafür aber auch für €400 mehr). Wir beglückwünschten uns gegenseitig zu unserem Kauf, dann machte er sich auf den Weg und ich machte mir schon die ersten Gedanken, wie ich denn nun meine R6 noch ein wenig individualisieren könnte… ;-)


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