Der Weg zum neuen Mopped – Part 3: Der Ummeldungsschussel

Ich bin ja nunmal ein äußerst vertrauenswürdiger Mensch, deshalb ließ mich der Ex-R6-Besitzer auch mit der noch auf ihn angemeldeten Yamaha von dannen ziehen. Natürlich nicht ohne die eindringliche Bitte das mit der Ummeldung möglichst zügig durchzuführen, woran mir aber letztlich auch gelegen war.

Nachdem ich Donnerstag Abend die Hupe wieder zum Hupen gebracht und den provisorischen Reflektor angeschraubt hatte, befand ich die R6 für TÜV-tauglich und beschloss früh am nächsten Morgen mir eine neue Plakette und bei den sich im gleichen Gebäude befindlichen „Landesbetrieb Verkehr“ eine neue Zulassung zu holen. Auf den Internetseiten der Stadt Hamburg stieß ich auf den „HamburgService“ der es dem (registrierten) Bürger erlaubt, so allerlei Behördendinge, wie auch die „Ummeldung eines KFZ“ selbständig übers Netz abzuwickeln. Das klappte erstaunlich gut, nach ein paar Minuten hatte ich eine Transaktionnummer für mein Anliegen und alle Daten von mir, dem Vorbesitzer und dem Motorrad eingegeben. Sogar inklusive des neuen Kennzeichens (HH YZ + mein Jahrgang), für welches eine (ziemliche langsame) Wunschkennzeichensuche zur Verfügung stand.

HamburgService

HamburgService

„Super, das wird mir morgen bei der Ummeldung viel Zeit sparen!“, dachte ich bei mir während ich die Öffnungszeiten kontrollierte. „Freitags nur mit Termin“ stand da. Na toll, ein Termin ließ sich zwar auch online beantragen, jedoch nicht mehr am Donnerstag Abend für Freitag morgen.

Also nur TÜV und vielleicht mal mit dem Ausdruck meiner Online-Transaktionsnummer auf dem Amt wedeln…

Die TÜV-Prüfung am nächsten morgen war wie immer in Bergedorf äußerst schnell abgewickelt, nur der 1200er Daytona Fahrer vor mir verursachte ein paar Minuten Stau und Ratlosigkeit bei den Prüfern, da seine Triumph viel zu viel Kohlenmonoxid ausspuckte (etwa 10 mal mehr als meine R6 etwas später), um durch die AU zu kommen, was anscheinend eher selten vorkommt. Da war wohl eine Wiedervorstellung angesagt – nachdem die Vergaser neu eingestellt wurden…

Nachdem ich den neuen TÜV-Aufkleber aufs alte Nummernschild bekam, ging ich ein Stockwerk höher zur Zulassungsstelle und fragte vorsichtig an: „Ich weiss, Freitags nur mit Termin, aber ich habe hier eine Online-Ummeldung, gleich mit Transaktionsnummer…“ – „Zeigen Sie mal her, was ist das denn? … Ach so, so ein Internet-Dings. Setzen sie sich kurz, sie werden gleich aufgerufen.“

Wow, VIP-Behandlung auf dem Amt. Fünf Minuten später saß ich schon beim Sachbearbeiter meines Vertrauens der alle Daten dank meiner gestrigen Vorarbeit bereits auf dem Schirm hatte. „Also, hier ist der Brief, der Schein, TÜV und AU Bescheinigung und mein Ausweis… Verdammt, wo ist mein Ausweis?“ Der lag noch zu Hause, da ich ihn zum Motorradkauf extra in der Moppedjacke mitgeführt hatte, dann aber, zwecks Transfer an seinen üblichen Ort irgendwo im Hausflur deponiert hatte. Toll. Kein Ausweis, keine Ummeldung. „Dann holen Sie ihn einfach, Sie können dann einfach wieder reinkommen“. Nach Hause sinds keine 10 Minuten, also los! Vorher liess ich mir noch schnell mein neues Kennzeichen anfertigen (€10, da kann man nicht meckern…) und dann schnell durch den einsetzenden Regen nach Hause. Dort schraubte ich das alte Kennzeichen ab, schlüpfte in Zivilklamotten, schnappte mir meinen Pass und ab mit dem Auto zurück zur Zulassungstelle. Dort konnte ich dann schnell dort weitermachen, wo wir eben unterbrochen wurden.

„Wie wollen Sie zahlen? Bar oder EC?“. „EC bitte, moment… Verdammt!!!“ Mein Portemonnaie befand sich einige Kilometer weiter in meiner Motorradjacke. Wie blöd kann man eigentlich sein? Ich sorgte schon für leichte Heiterkeit im Büro doch ich hatte Glück im Unglück. Meine Frau – per Handy angerufen – war gerade unterwegs in meine ungefähre Richtung und lieh mir dankenswerterweise ihre EC-Karte und ic brachte den Ummeldungsprozess dann ohne weitere Verzögerungen zu Ende.

Letztlich war ich auch nur eine Stunde später als sonst bei der Arbeit, doch was sehe ich da als ich auf den Firmenparkplatz fahre..? Eine schwarze R6, 2005er Baujahr. „Mein Motorrad! Ich glaub ich spinne! Grade mal ein Dutzend Motorräder in Firma und dann zwei mal die gleiche?!“

Später sah ich dann den recht neuen Kollegen auf der Maschine und sprach ihn auf sein tolles Motorrad an. Ich hätte die gleiche… Ich erfuhr, dass er sie selbst e auch erst vor ein paar Wochen gekauft hatte (mit noch weniger Kilometern, dafür aber auch für €400 mehr). Wir beglückwünschten uns gegenseitig zu unserem Kauf, dann machte er sich auf den Weg und ich machte mir schon die ersten Gedanken, wie ich denn nun meine R6 noch ein wenig individualisieren könnte… 😉

5 Comments on “Der Weg zum neuen Mopped – Part 3: Der Ummeldungsschussel

  1. 10 Euro für ein Kennzeichen?? Hier kostet das 16 Kröten. Wundert mich aber sehr, dass die Abwicklung in HH so gut klappt. Respekt.

  2. Dass du bei den Beamten für Erheiterung gesorgt hast kann ich mir gut vorstellen, musste auch grinsen. 🙂 Das hätte mir exakt genauso passieren können. 😉

  3. Jetzt verstehe ich, warum Du einen Blog-Eintrag für eine prinzipiell langweilige Nummer wie Motorrad-anmelden so ausführlich angekündigt hattest 🙂

  4. Tja, nach ein paar Motorradkäufen spielt sich das langsam aber sicher ein… dann wird man Um-/Ab- und Anmeldeprofi. 😉

    Du könntest deine neue R6 übrigens mit der Rolle mattschwarz machen, dann verwechselst du sie nicht mit der Anderen und das sieht bestimmt voll coooool aus. Oder Koffer dran … oder Lederfransen … 😉

    (Nee bloß nicht, aber ein paar Carbon Teile würde doch passen oder ein Akra Topf…)

  5. Womit wir wieder beim Thema Lärmterrorismus wären. Und die Region würde ja auch passen… 😀