Treffen der Generationen

Nach sieben Jahren auf dem selben Motorrad ist es entweder Zeit sich schnell mal was Neues zu gönnen oder man fährt eben dieses Motorrad sein Leben lang. Ich habe mich ja für die erste Variante entschieden und bin von der Thundercat auf die R6 gewechselt.

Eigentlich kein radikaler Bruch, schließlich ist die YZF600R Thundercat die „Ur-Oma“ der YZF-R6. Betrachtet man das Baujahr 2005, liegen nur zwei R6-Modelle zwischen den beiden Motorrädern die ich noch) die Cat soll ja verkauft werden) besitze.

Auf die Frage, was denn mein neues Motorrad vom Alten unterscheide berichte ich dem Laien meist etwas wie „rund 30 Kilo leichter, 20 PS mehr und ein besseres Fahrwerk“, doch ein wenig mehr ist es doch.

R6 vor Thundercat

R6 vor Thundercat

2005 und 1996

2005 und 1996

Die Fotos machen es eigentlich deutlich: Yamahas 0,6 Liter-Sportler ist über die Jahre ganz schön geschrumpft. Ausladende Verkleidungen sind out, alles was sich jetzt noch dem Wind entgegenrichtet ist der Fahrer selbst. Dies macht sich ab 180 km/h bereits deutlich bemerkbar. Während man mit der Thundercat (+ Racingscheibe) noch bei 200 Sachen recht entspannt Reisen konnte, drückt nun auf der R6 der Wind gnadenlos gegen den Helm. Ein Verstecken hinter der (Original-)Scheibe ist nicht vollständig möglich. Die gegenüber der Thundercat 30 km/h höhere Topspeed (265 km/h) habe ich auf meinem Neuerwerb jedenfalls noch nicht erreicht.

Wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, den Motor konsequent über 5000 Touren zu halten macht das Konzept aller aktuellen 600er (Prinzip „Luftpumpe“) richtig Spaß. Der Motor schnellt freudig und quasi widerstandslos nach oben und will, kaum sind 8000 zusätzliche Umdrehungen vergangen in den nächsen Gang geschaltet werden. Als Fahrer muss man sich nur diesem Willen beugen und dabei gut festhalten. Das geringe Gewicht tut sein übriges…

Thundercat vor R6

Thundercat vor R6

Was fiel mir noch auf während der ersten 700km mit dem neuen Spielzeug:

  • Bei (richtig) flotter Fahrt rauschten 7 Liter auf 100km durch den Motor… Habe ich mit der Thundercat nur auf der Rennstrecke geschafft. Vielleicht sollte ich mich etwas beherrschen…
  • Das Motorrad will schnell(er) gefahren werden. Momentan falle ich noch ständig viel zu tief in eigentlich bekannte Kurven und muss dann wieder Gas zur Stabilisierung geben.
  • Der LeoVince bollert richtig laut. Wahrscheinlich zu laut für einige Strecken – und das mit ABE. Abhilfe: Original-Topf ersteigert.
  • Der Wendekreis der R6 ist größer als bei der Thundercat. Beim Rechtsabbiegen klemme ich mir noch oft die Gashand ein, wodurch die Fuhre natürlich gleich wieder unruhig wird.
  • Die Sitzposition ist (für mich) wirklich kommod. Nach ein bis zwei Stunden Fahrt spüre ich allenfalls ein wenig mein Hinterteil, dass die straffe Federung und die etwas härtere Sitzbank noch nicht gewohnt ist.
  • Das Rangieren geht nun wirklich leicht von der Hand, der Gewichtsunterschied wird hier genauso deutlich wie während der Fahrt.

Fazit: Die R6 und ich könnten gute Freunde werden.

7 Comments on “Treffen der Generationen

  1. Ja, das Abbiegeproblem kenne ich. Bei engen, langsamen Kurven muss man immer schön „Umgreifen“, also das Handgelenk nach oben drücken. Ansonsten klemmt man es sich zwischen Lenker und Tank ein.

  2. Das Problem habe ich bei der FZR auch, die ja quasi das Urvieh der YZF bzw. der späteren R6/R1 ist. Was mir unter diesem Aspekt auffällt ist die Tatsache, dass deine neue R6 mich mehr an meine alte FZR erinnert, als das „Zwischenmodell“ YZF. Die YZF geht einen Tick mehr Richtung Tourenmaschine finde ich.

  3. Die Donnerkatze ist ja in der Tat ein riesen Viech im vergleich zur R6. Und, was mir auch grad auffaellt: Irgendwie sind schwarze Felgen mit rotem Rand wohl gerade sehr in. 🙂

  4. Was die roten Ränder betrifft hast du schon recht. Aber bei der R6 sind die Serie, alle anderen kopieren uns nur 😛

  5. @Jeremiah: Mal gucken, ob ich dieses Bewegungsmuster noch einarbeiten kann…

    @Marc: Die R6 ist natürlich auch eine YZF, aber sowohl die FZR als auch die R1/R6 waren ihrerzeit bestimmt ähnlich radikal.

    @Mike&Jeremiah: Stimmt, das ist Serie aber letztlich auch nur ein simpler Aufkleber…

  6. Hm, soweit ich mein Mopped kenne sind die „Felgenrandaufkleber“ (wie man sie überall findet) tatsächlich aber mit Klarlack überlackiert. Also „Felgenrandstreifen“. ^^

  7. Felgenrandaufkleber habe ich auch noch hier rumliegen, muss ich bald mal an der FZR anbringen. Ich hab sie aber in Blau. 🙂