Alle Artikel aus dem Monat August, 2009

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Wer hätte das gedacht, ein zweiter Trainingstermin in Oschersleben in diesem Jahr. Wie schön, doch mir war es eigentlich schon beim Kauf der R6 klar, dass ich sie möglichst bald auch mal auf der Rennstrecke bewegen wollte.

Als würden meine Mitstreiter Helmut und Mark mir die von mir angedachte Rolle des Gruppenschnellsten nicht gönnen, hatten auch sie kurzerhand ihren Fuhrpark aufgerüstet und so gingen wir nun alle mit neuem Gerät an den Start: Helmut hatte kurzerhand seine 636B gegen eine R1 (RN12) getauscht (vormittags verkauft, nachmittags gekauft) während Mark der Zweizylindrigkeit treu blieb und von der TL1000S auf eine 2004er Mille Factory umschwenkte. Zumindest was die PS-Zahlen anging, musste ich mich also schon wieder hinten anstellen.

Egal, schließlich ein lautete unser Mantra, daß wir nicht auf der Rennstrecke wären um Rekorde zu brechen (höchstens unsere eigenen), sondern um Spaß zu haben und ein bisschen schnell Motorrad zu fahren. Schließlich fahren wir hier mit unseren (uns) teuren Straßenmotorrädern und zu Hause warten noch Familie, Haus und Job auf uns…

Wieviel von solchen Vorsätzen übrig bleibt, wenn man erst mal die Einführungsrunde hinter sich hat, weiß jeder, der schon mal über eine Rennstrecke gefahren ist…

Die R1 war auf dem Weg ein wenig schmutzig geworden...

Die R1 war auf dem Weg ein wenig schmutzig geworden...

Aber der Reihe nach. Die Anreise Richtung Mitte der Republik startete wie schon im Mai, d.h. Helmut holen, Hänger holen, R1 drauf, in HH die R6 drauf und ab nach Gardelegen, wo bereits ein eingeheizter Grill auf uns wartete. Nachdem wir uns gegenseitg zu unseren Neuerwerbungen gratuliert hatten, wurden routiniert Grillfleisch und bernsteinfarbene Brauereierzeugnisse konsumiert, bevor wir Rennstreckenvideos “richtiger” Rennfahrer analysierten und versuchten, den Abend nicht zu spät zu beenden… so etwa 5 Stunden Schlaf sollte man schon haben, wenn man am nächsten Tag Höchleistungen vollbringen will.

Gegen 7:30 kamen wir in der Motorsportarena Oschersleben an und stellten nach Studium des Zeitplanes fest, dass uns ein zwei Stunden kürzeres Training als gewohnt erwarten würde. Bereits um 15 Uhr war das Ende anvisiert, dann würde so eine Art Polo-Cup die Strecke entweihen. Dafür wurde allerdings auch nur in drei Gruppen gefahren, die jeweils 6 Turns à 20 Minuten absolvieren durften (im Mai waren es 7 à 15 Minuten).

Unser Rennsamstag war wettertechnisch eingebettet in einen regnerischen Freitag und einen heißen Sonntag. Mehr als 24 Grad bei etwas Bewölkung sollten es nicht werden und trocken sollte es auch bleiben. Perfekt.

Aprilia Mille Factory wartet in der Morgensonne auf ihren Einsatz

Aprilia Mille Factory wartet in der Morgensonne auf ihren Einsatz

Auf die obligatorische Fahrerbesprechung um 0800 folgen auch schon recht bald die Einführungsrunden, also schnell noch mal pullern, in die Rennkombi schlüpfen und schon mal das Mopped warmlaufen lassen. Natürlich ohne DB-Eater – den Spaß gönnte ich mir.

Nach den zwei Einführungsrunden im Touringmodus bei Überholverbot waren wir dann richtig angekommen in Oschersleben. Die Motorräder waren zwar neu aber die 3,7km kurviges Asphaltband fühlten sich schon wieder sehr vertraut an. Gleich im ersten Turn fuhr ich eine von RaceChrono gestoppte Zeit von 1:56.5 – immerhin 4 Sekunden schneller als meine beste Thundercat Zeit aus dem Mai.

Fortsetzung folgt…


Was sich bei der Thundercat schon bewährte (dort noch vom Hersteller MRA) wollte ich auch an der R6 umsetzen: Eine Racingscheibe, die etwas höher baut und somit einen besseren Windschutz bietet. Die für kleines Geld ersteigerte Scheibe ganz in schwarz sieht auch irgendwie noch etwas besser aus.

Racingscheibe und Originalscheibe im Vergleich

Racingscheibe und Originalscheibe im Vergleich

Unbefriedigend war leider der Einbau, sowie die Passform der Scheibe. Die Verkleidung steht nun ein wenig unter Spannung und es ist zwischen der Kanzel und der Scheibe auf der linken Seite ein kleiner Spalt zu sehen (wenn man ihn gezeigt bekommt…). Wenn ich nochmal etwas Zeit finde, werde ich vielleicht zwei der Schraublöcher zu Langlöchern erweitern.

Racingscheibe

Racingscheibe

Trotzdem, die Optik ist sehr gefällig und wenn man dann noch die Scheinwerfer (zwecks Ausflug nach Oschersleben) schwarz abklebt, sieht’s gleich noch besser aus. Leider ist diese Variante wohl nicht ganz straßenverkehrstauglich und auch die Spiegel würden mir auf der Landstraße wohl etwas fehlen.

Ob man mit der Scheibe nun auch tatsächlich eine höhere Höchstgeschwindigkeit (z.B. auf der Autobahn) erreicht werde ich bei Gelegenheit mal ausprobieren.


Das tut einem doch in der Seele weh…

SV650 völlig zugesch...

SV650 völlig zugesch...

Verdammte Vögel – oder ist das hier ein Ratbike?!


Neues Motorrad – neuer Montageständer. Logisch, oder?
Naja fast jedenfalls, doch erstens traute ich meinem ersten Ständer nie so richtig über den Weg (wackelig), und zweitens habe ich ja so hübsche Racingadapter an der R6-Schwinge und da will man sich schließlich nicht mehr mit so einer schnöden Schwingenaufnahme abgeben.

Knauserig wie ich nunmal bin habe ich nicht gleich dem erstbesten Edelausstatter 100 oder mehr Euro in den Hals geschmissen, sondern mich nach günstigen Varianten umgeschaut. Gelandet bin ich nach einiger Recherche bei Ricambi-Weiss, deren Angebot für rund €30 einen Montageständer für vorn und hinten sowie verschiedenen Aufnahmen zu liefern ich nicht ausschlagen konnte.  Dieser solle laut einschlägigen Foren für Gelegenheitsbenutzer (wie mich) durchaus tauglich sein und was kann man für das Geld schon falsch machen.

What you get

What you get

Wenige Tage später befreite ich folgende Einzelteile aus dem Karton:

Irgendeine Anleitung gab es keine aber die zwei Schrauben samt selbstsichernden Muttern und Unterlegscheiben fanden auch so den richtigen Platz. Als erstes probierte ich die breite Mittelsteg-Variante aus, die für das liften des Hinterrades gedacht ist.

Nachdem ich die R6 per Holzklotz unterm Seitenständer in eine halbwegs aufrechte Postition gebracht hatte, musste ich nur noch die Racing-Aufnahmen in die Racing-Adapter (man fühlt sich gleicht viel raciger…) plazieren und kurz Luft holen. Nach einem kurzen Ruck am Heber stand die Yamaha fest und sicher mit dem Hinterrad kurz über dem Boden.

Racingmäßig aufgebockt

Racingmäßig aufgebockt

Sehr schön, das war ja easy. Deutlich leichter als mit dem alten Ständer bzw. mit dem alten Motorrad. Es muss ja nicht nur am Montageständer liegen, sondern evtl. auch daran, dass die R6 30 Kilo leichter als die Thundercat ist.

Nach einer liebevollen Putzaktion, um meinen Neuerwerb (also die R6 jetzt…)  in angemessenen Glanz erstrahlen zu lassen, galt es den neuen Ständer mal in seiner Funktion als Vorderrafaufbockhilfe auszuprobieren.

Natürlich ist dies wieder mit einer kleinen Umbauaktion verbunden, um den kleineren Mittelsteg, sowie andere Aufnahmen zu montieren, doch da ich nicht plane wöchentlich mein Motorrad vorne und oder hinten zu heben, habe ich damit nicht wirklich ein Problem.

Montagestaender_3

Vorderrad oben

Das Aufbocken des Vorderrades war ähnlich unkompliziert wie hinten, wenngleich die Aktion natürlich etwas wackeliger ist, da so eine Gabel natürlich etwas “mobiler” ist als die Schwinge. Trotzdem, gleich beim ersten Versuch und ohne fremde Hilfe stand sie wie eine Eins.

Mein Fazit ist also postiv. Der Ständer ist vertraueneinflössend, Handling ist auch OK, was ich mir vielleicht noch gewünscht hätte, wären gummierte Aufnahmen (gut, die Standard-Schwingenaufnahme ist gummiert, aber die benutze ich ja nicht), um Kratzer an meinen €5-Adaptern zu vermeiden, aber ich denke, damit lässt sich erst mal leben. Profis und Leute die öfter an ihrem Mopped schrauben als ich, sollten natürlich eher zu zwei getrennten Ständern greifen.


Spitzen Abschlussarbeit eines englischen “Computervisualisierung und Animation”-Studenten.

So möchte ich mein Mopped auch mal warten. Vielleicht will man nicht immer das Gebrabbel seines fahrbaren Untersatzes hören aber endlich kann man mal aufrecht und nicht in der Hocke arbeiten…


Zwei langgezogene Baustellen auf dem Weg zwischen Hamburg und Lüneburg ließen mich rund 5 Minuten zu spät zum “Motorrad-After-Work-Training” beim ADAC in Lüneburg kommen und mir kamen schon alle Teilnehmer auf den Weg zu ihren Moppeds wieder entgegen. Ich erkannte einen der Trainer wieder (und er mich) und durfte mich nach einem “Vorbesprechung hatten wir schon aber Du kennst das alles schon, oder?” mit meiner R6 in die kurze technische Abnahme einreihen.

Berg runter, rum...

Berg runter, rum...

...und wieder rauf.

...und wieder rauf.

Die über 20 Teilnehmer teilten sich in 3 Gruppen auf und es durften Wünsche für das Programm an diesem Abend geäußert werden. Nach ein paar Einführungsrunden über den Rundkurs fanden wir uns im hinteren Teil des Areals wieder, wo wir uns dann mit dem Thema Linienwahl beschäftigten. Wo lenke ich ein, wo ist mein Scheitelpunkt usw. Die Teilnehmer in meiner Gruppe waren allesamt keine Grünschnäbel mehr und schon bald setzte hier und da Metall auf. Eigentlich traurig mit wie wenig Schräglagenfreiheit manche Hersteller  z.B. einen Sporttourer ausstatten… Richtig bedenklich wurde es bei einem 650er Burgman Roller (Chopper und Cruiser waren vom Training ausgeschlossen, an Roller hat wohl keiner gedacht…), der von seinem Besitzer quasi ständig im Grenzbereich bewegt wurde – immer begleitet von unserer Sorge, dass er sich gleich selbst aushebelt.

Etliche Runden führten dann wieder über den Rundkurs und ich konnte nach langer Zeit endlich mal wieder das Gefühl sich verabschiedenden Knieschleiferplastiks vernehmen. Wie schön: in allen möglichen Kurven küsste das Knie den Asphalt. Das linke Knie wohlgemerkt, den der Kurs wird hauptsächlich gegen den Uhrzeigersinn gefahren, andersrum kommen die Kurven irgendwie gar nicht zur Geltung und ich fuhr die Strecke so rum meist einen Gang höher. Außerdem kam meine Rechtskurvenschwäche wieder zu Vorschein. Auf der Kreisbahn attestierten mir meine Mitfahrer einen etwas ungewöhnlichen, weil irgendwie verdreht-verkrampften Stil beim Kreisen im Uhrzeigersinn. Das muss besser werden. Mal sehen wie und wo sich das üben lässt. Andersrum klappt’s ja auch bestens.

Pause

Pause

Nach einer Pause und einem kleinen Snack aus der löblichen Gastronomie vor Ort ging es dann wieder weiter mit Kurven kurven. Teils auf der Rundstrecke oder mal bergauf- bergab über Serpentinen und mit Ausflügen über die Kreisbahn. Alles in einem halbwegs ordentlichen Tempo aber natürlich ohne Druck und mit Überholverbot.

Für mich war das kleine Training am Abend ein Erfolg, weil ich endlich mal die R6 auf etwas anspruchsvollerem Terrain ausprobieren und mehr Zutrauen in die Möglichkeiten meiner Neuerwerbung finden konnte. Die Leichtigkeit des Handlings der kleinen Yamaha ist wirklich beeindruckend und die Michelin Pilot Power 2CT, die vom Vorbesitzer in drei Jahren nie richtig eingefahren wurden sind nun rundum eingeweiht.

Auch das Wetter spielte (fast) mit. Während des Training bauten sich zwar immer wieder dunkle Wolken auf und vielleicht fielen auch ein oder zwei Tropfen aber das wirkte sich nicht auf die Fahrbahn aus. Erst pünktlich zum Ende des Trainings öffnete sich der Himmel und ich benutzte für die Heimfahrt zum allererste Mal die 2001 gekaufte Regenkombi. Ich würde ja jetzt eine Empfehlung für den roten Einteiler von HG aussprechen aber er ist leider nicht mehr im Programm. Das Ding hielt wirklich gut dicht, doch ohne Hilfe hätte ich die Klamotte bestimmt weder an- noch wieder ausbekommen. Und nächstes Mal nehme ich vor dem Überziehen auch die Knieschleifer ab – dann spannt es auch nicht so….


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