Honda Testtag (Part II) – Transalp und CBR600RR

Leise knatternd bog ich mit der CBR125R wieder auf den Hotelparkplatz, da schweifte mein Blick schon durch die gelichteten Reihen der Testmotorräder. Was darf’s denn als nächstes sein?

Marc war auch schon wach und hatte die Zeit genutzt, erst einmal alle Testmoppeds zu fotografieren (clever, dann muss man nicht auf die Pressefotos zurückgreifen, die eh schon fast jeder kennt). Für seinen ersten Turn konnte ich ihm die kleine 125er ans Herz legen, die aber sowieso auf seiner Wunschliste stand.Nachwuchkompatibilität testen und die Frage, ob eine moderne 125er eher zuviel oder zuwenig Motorrad für die kommende Motorradfahrergeneration ist.

Und was nehme ich? Irgendwie stach mir die Transalp ins Auge. Ich glaube, eine Fireblade wäre auch noch frei gewesen, aber das wäre wohl eine zu ungleiche Tour gewesen. Achtfacher Hubraum und fast dreizehnfache Leistung im Vergleich zur CBR125R – das hätte uns wohl beiden keinen Spaß gemacht. Also kurz Probesitzen auf der hübsch lackierten Reiseenduro („Oh, so hoch ist die ja gar nicht, und ein Navi ist auch dran…“) – Passt. Kurz Bescheid sagen beim Orga-Team („Ich nehme jetzt die Transalp“) und los geht’s.

Das ist schon was anderes. Der V2 zieht mich am Ortsausgangsschild mühelos in den dreistelligen km/h-Bereich und gleich in der ersten Kurve macht sich der endurotypisch hohe Schwerpunkt bemerkbar, der die Maschine locker um die Ecke kippen lässt. Alles easy. Die Transalp lässt sich schön in Schräglage drücken und verhält sich ansonstent (im besten Sinne) unspektakulär. Lockeres durch-den-Wald-blubbern eben. Dafür reichen 60PS locker.

Honda Transalp

Honda Transalp

Kurzer Zwischenstop für ein paar Fotos und einer Marc abgenötigten Stellungnahme zur 125er (mal gucken, ob ich das Video noch online stelle…) und weiter geht’s zum nächsten Testkandidaten.

Die feuchten Straßen trockneten langsam auf und auch die Temperaturen waren bestimmt schon im zweistelligen Bereich (die Lederkombi anstelle von Textil mitzunehmen war definitiv die richtige Wahl), da konnten wir es jetzt etwas sportlicher angehen. Und welch ein Glück, die beiden Vertreter der Sportfraktion waren frei. Ich schnappte mir die einzige verfügbare CBR600RR und Marc eine der beiden Fireblades, die sich im Fuhrpark befanden. Nichts gegen das V2-Blubbern der Transalp aber wie so ein Supersportler einen ähnlich großen Hubraum akkustisch in Szene setzt, macht mich einfach mehr an.

Marc und ich mit den RRs

Marc und ich mit den RRs

Wir entschieden uns diesmal für den etwas längeren Rundkurs und machten uns „eilig“ davon. Diesmal musste ich auch nicht so oft in den Rückspiegel schauen, ob Marc noch da ist, schließlich hätte ihm jederzeit ein kurzer Gasstoß gereicht, um wieder zu mir aufzuschließen.

Honda CBR600RR

Honda CBR600RR

Die CBR600R lässt sich von ihrer Spezifikation her eigentlich hervorragend mit meiner R6 vergleichen, auch wenn 5 Jahre Altersunterschied mitunter Welten im Sportlerbusiness sind. Doch um das wirklich beurteilen zu können, müsste ich wohl (sehr viel) öfter mal ein anderes Mopped unter die Lupe nehmen, als ich es momentan tue und es vor allem mehr fordern, als es auf knapp 40 mir unbekannten Landstraßenkilometern möglich ist.

Dennoch, ein paar Dinge lassen sich festhalten: Der Motor geht butterweich und hat (im Vergleich zur R6) einen Hauch mehr Punch untenrum. 120PS sind für einen Supersportler heutzutage ja eher unterer Standard aber so lange man mit weniger als 10.000 U/min unterwegs ist, ist man für das zusätzliche Drehmoment, auf dass der Motor anscheinend ausgelegt ist durchaus dankbar.

Aaron ermutigte uns ja noch, das Race-ABS mit dem unsere beiden Sportler ausgestattet waren einmal auszutesten, doch entweder habe ich mich nicht richtig getraut oder es regelt einfach zu sanft. Jedenfalls trat ich auf einer feuchten, leicht schmutzigen Waldstrasse mal beherzt auf die Hinterradbremse und konnte zwar eine anständige Bremswirkung ausmachen, bekam aber kein Feedback, ob da jetzt ein Computer regelte oder nicht. Richtig interessant wäre es, das System mal bei einer Notbremsung oder nach einer langen Gerade auf der Rennstrecke im Anflug auf die nächste Kurve auszuprobieren. In beiden Situtation würde ich doch gerne blockierende Räder vermeiden.

Damit ich mit der CBR600RR glücklich werden könnte, müsste ich aber noch ein wenig an der Ergonomie feilen. Sagte man den supersportlichen Hondas doch immer nach, dass man sich sofort „zu Hause“  fühlen würde, passte es bei diesem Modell bei mir nicht so richtig. Ich denke, da müsste ein anderes Paar Fußrasten her, die standardmäßigen waren irgendwie zu weit vorne und ich meine, meine Knie hätte auch woanders sein müssen… Trotzdem, unsere „Supersportler-Runde“ war ganz schön schnell zu Ende und Marc zeigte sich besonders beeindruckt von der schier endlos verfügbaren Leistung der Fireblade.

Wieder in Weibersbrunn angekommen wurden wir schon von der Honda-Crew erwartet, die die Tanks der Moppeds auffüllen wollten und uns ins Hotel schickten, wo schon die Präsentation der Neuigkeiten lief… Da hatten wir wohl die Veranstaltungs-Agenda nicht ganz verinnerlicht.

Wir lauschen der Produktpräsentation

Wir lauschen der Produktpräsentation

Während die Vertreter der Presse fleissig mitschrieben (und Marc und ich parallel ein paar Tweets absetzten), zeigte der Beamer und die Honda PR-Abteilung, was es an Produktneuigkeiten zu berichten gab, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf die VRF1200F und deren technische Besonderheiten gelegt wurde. Wer in den letzten Wochen und Monaten ein wenig die Fachpresse (bzw. Blogs) verfolgt hat, erlebte aber keine Überraschungen.

Anschließend gab es lecker Mittagsbuffet, ich wurde über meine sich geänderten Rückreiseplände (Bahn statt Flug) informiert, und wusste auch schon, welches Mopped ich mir jetzt gleich schnappen würde…

[Fortsetzung folgt…]

5 Comments on “Honda Testtag (Part II) – Transalp und CBR600RR

  1. Ja welches Mopped hast Du dir denn nun gleich geschnappt ?
    Manno ist das spannend, ich halte das jetzt wirklich nicht mehr aus . Wann geht es blos weiter . Aus Verzweiflung muss ich mich jetzt erst mal auf meine R1 schwingen und stelle mir vor Du würdest eine Fireblade testen .

  2. „Damit ich mit der R6 glücklich werden könnte, müsste ich aber noch ein wenig an der Ergonomie feilen.“

    Ich glaube, du wolltest was anderes sagen 🙂

  3. Wie kamst Du eigentlich an diese Einladung? Ich bin natürlich auch bei Honda im Presseverteiler, aber zum Mofafahren wurde ich bisher nicht geladen…

    Gruss; muss jetzt mal den Helm aufsetzen gehen 😉

  4. @helmut: Bald geht’s weiter, bin nur wie immer knapp an Zeit…

    @Blacky, da hast Du völlig recht – danke für’s Finden. Ich glaube, ich habe auch schon den Grund für diesen Lapsus gefunden: http://twitpic.com/1hkyzv (rechts im Bild)

    @André: laut Aaron spielte auch der Zufall eine gewisse Rolle… 🙂

  5. Da kann man wirklich neidisch werden! 🙂

    Von solchen Chancen träumt vmtl. jeder.. bin gespannt, wies hier weiter geht.

    Gruß vom Neuling:
    http://biker.gamershome.org/