Tief drinnen in der R6…

…dort liegen die Zündkerzen. Das weiss ich, weil ich sie gewechselt habe.

Schon zu Beginn der Saison kam die R6 teilweise etwas rappelig und unruhig daher und als es sich dann auch noch so anfühlte (und -hörte) als würde ein ganzer Zylinder die Arbeit einstellen, erinnerte ich mich an den Viererpack NGK CR10EK, den ich mir schon vor knapp 2 Jahren mal vorsorglich auf Lager legte (weil: war grad billig).

Es soll ja Motoren und Motorräder geben, bei denen so ein Zündkerzenwechsel mit ein paar Handgriffen binnen 5 Minuten erledigt ist, bei der R6 sollte man schon Zeiten im dreistelligen Minutenbereich einplanen.

Um an die Kerzen heranzukommen, darf erst einmal der Tank mit den an ihm befestigten Kabeln und Schläuchen abgebaut werden, dann wird die Airbox mit Luftfilter demontiert. Danach wird’s friemelig, denn als nächste Hürde hat Yamaha ein sog. Hitzeblech  (aus Kunststoff) verbaut, welches nicht nur äußerst passgenau und großflächig über dem Motor liegt, sondern auch noch diverse Kabel auf sich befestigt hat. Ist das Ding erstmal draussen, reisst man nur noch schnell die beiden RAM-Air Schläuche raus und die Zündkerzen liegen frei. Wobei „frei“ hier heisst, dass sie nun über ca. 10 cm tiefe Schächte zugänglich sind, in die man mit viel Geschick und noch mehr Verrenkungen einen selbst zusammenmcgyverten Zündkerzenschlüssel mit passender Länge einführen kann.

Man kann immerhin die Zündspulen erahnen...

Man kann immerhin die Zündspulen erahnen...

Wenn man schon mal dabei ist, kann man dann gleich noch mal die Zündspulen durchmessen und auf generelle Funktionsfähigkeit testen. Äußerst praktisch ist hier die Funktion im Servicemodus der R6, jeder einzelnen Zündspule/Zündkerze per Tastendruck im Cockpit 5 Zündfunken im Abstand von einer Sekunde entlocken zu können. Hier war alles in Ordnung, so dass das ungebührliche Verhalten des Motors in letzter Zeit wohl tatsächlich auf Zündkerzenverschleiß zurückzuführen war. Wie im Vergleich mit den neuen Kerzen zu sehen war, fehlte den alten Kerzen sichtbar Material an den Elektroden.

Alt vs. Neu

Alt vs. Neu

Dann hieß es wieder Schläuche rein, Hitzplastik einabauen (Einbau noch hakeliger als der Ausbau), Airbox und Tank wieder drauf. Das alles mit einem etwas blöden Gefühl denn ohne Benzin(-tank und -pumpe) kann man die Kerzen und deren korrekten Einbau natürlich nicht testen. Dennoch habe aber wohl alles richtig gemacht, denn seitdem schnurrt der Vierzylinder wieder wie neu.

Der nächste Zündkerzenwechsel steht hoffentlich erst wieder bei meinem Rasenmäher an…

4 Comments on “Tief drinnen in der R6…

  1. Hach, da hab ich ja noch relativ viel Glueck, dass das bei der Else „nur“ damit getan ist, mal schnell den Tank runterzuheben und die Hitzeschutzmatte rauszufriemeln.

    Tipp: Einfach weniger fahren, dann nutzen sich die Zuendkerzen weniger ab 🙂

  2. Fünf Minuten zum Zündkerzen wechseln? Wenn das so lange dauern würde, würde ich mir ein anderes Motorrad zulegen! 🙂 #scnr

  3. @Kante: Bevor ich die nochmal wechsel, ist die R6 bestimmt schon verkauft…

    @Alexander: Ich habe großzügig aufgerundet, um andere Jogurtbecherfahrer nicht völlig zu desillusionieren.

  4. Joar kenne das von meiner FZR noch. Voll ätzend. Ach, da warst du ja sogar noch dabei wo wir bei der FZR die Kerzen wechseln wollten, naja – so ist das bei Supersportlern, das muss man in Kaufen nehmen. Dafür ist man eben auf der Straße schneller. 😉