Wütende Motorradfahrer

Demo in Lyon

Demo in Lyon

Hut ab vor den französischen Motorradfahrern, von denen am letzten Samstag fast 100.000 auf die Straße gegangen gefahren sind, um gegen Warnwestenpflicht, Zwangsstaustehen, größere Nummernschilder und nicht zuletzt gegen einen völlig ignoranten Innenminister zu protestieren. Mehr Details (auf englisch) gibt es hier.

Allein in Paris beteiligten sich rund 15.000 an der Aktion, die nicht die letzte bleiben soll, wenn sich die Regierung nicht einsichtig zeigt.

Ganz schön eindrucksvolle Bilder aus unserem Nachbarland:

Was müsste hierzulande wohl passieren, damit sich solche Zweiradmassen in Bewegung setzen, um sich Gehör zu verschaffen?

7 Comments on “Wütende Motorradfahrer

  1. Interessant fand ich den Hinweis von „Bikes in the fast lane“, dass die Motorradfahrer in Frankreich schon seit Jahren gegängelt werden, weil die keine Lobby haben. Es gibt in Frankreich nämlich nur etwa 2 Millionen Motorradfahrer. Und auch interessant, dass selbst einige 1%ter dabei waren, die das ja sonst eher weniger tangiert…

  2. @Clemens: Stimmt, aber unsere „Biker“ lassen sich dann nur unter Polizeiausfsicht zum nächsten Festwiese mit Bratwurst und alkoholfreiem Bier eskortieren…

    @Marc: Die FFMC gibt’s in der Tat schon seit über 30 Jahren. Geht’s den deutschen Kollegen nur zu gut oder ist man nur nicht streibar genug..?

  3. das bonmot „leben wie gott in frankreich“ enstand vermutlich in der zeit der französischen revolution, als dieser gott in den wohlverdienten ruhestand geschickt wurde & anstelle seines gebietenden, einengenden katechismus eine freiheitliche kultur der vernunft, der einsicht in die dinge trat. er lebt noch immer dort. um seine franzosen muss er sich auch heute nicht kümmern, gängeln durch unnötige vorschriften lassen die sich offenbar noch immer nicht.

    100.000 motorradfahrer gehen auf die strasse, legen das öffentlich leben lahm, weil ihnen ein innenminister mit bescheuerten vorschriften wie grösseren kennzeichen, einem verbot, sich im stau durch die autogassen zu schlängeln, dem verbot von radarwarnern, zwangsweisen schulungsmassnahmen & der pflicht mit ekligen warnweste in der gegend herum zu fahren, mächtig auf den sack geht.
    ich bin begeistert !
    obwohl ich natürlich schon zugeben muss, dass das zwischen-den- autos-durchschängeln ganz schön gefährlich ist; wie schnell wird man als motorradfahrer dabei zuerst übersehen & dann überfahren ? & dann ist man tot oder verletzt & behindert & das geht zu lasten der allgemeinheit, die wieder alles bezahlen muss.
    oder eine autotüre geht auf & ein unbedarftes kind läuft auf die strasse…
    & so eine neonfarben weste warnt auch wunderbar & warnen ist per se ja schon mal sicher. aber selbstverständlich zu verbieten, wenn es wie ein radarwarner verbotenes zu tun erlaubt.
    das oben zitierte bonmot über gott in frankreich gibt es dort wohl nicht. ein anderes, das dem maik schwarz von der mo zugeschrieben wird, ist das von den warnwestentragenden neonnazis. & das funktioniert in frankreich offensichtlich nicht nur aus sprachlichen gründen nicht. hier bei uns umso mehr – eine pflicht zur neonweste würde ein teil der motorradfahrer sicherlich begrüssen, eine weiterer stillschweigend hinnehmen & noch einer nöhlend vollziehen, weil`s halt nicht anders geht. das durchschlängeln ist ja eh schon verboten, hier in berlin z.b. halten sich auch erschreckend viele dran. über radarwarner zu reden, traue ich mich erst gar nicht.

  4. Bei uns würde kein Motorradfahrer auf die Straße gehen, selbst wenn man das Moppedfahren verbieten würde.
    Ich erinnere mich noch mit Schrecken an die euro-Demo in Bonn damals, als Menschen aus allen Ländern Europas da waren um gegen den EU-Schwachsinn von damals, wie z.B. ein PS-Limit, demonstriert haben, nur aus Deutschland war fast keiner da.

  5. Es stimmt, es ginge hier niemand auf die Straße. Viel schlimmer finde ich jedoch den erschreckenden Gesetzesgehorsam, der sich vorhersehbar *jedes Mal* selbst auf Gesetze erstreckt, die noch gar nicht gültig sind und es vielleicht nie werden. Man kann die Lage auch etwas entspannter sehen, immerhin sind die meisten Gesetze einfach nur gequirlter Quark mit Soße.

    Ich stelle mich an jeder Ampel vorne an. Ich rollere durch jeden Stau. Ich parke immer direkt vor der Tür bei den Fahrrädern. Ich mache das alles oft, weil ich praktisch täglich fahre. Und ich hatte noch nie Stress damit, obwohl es in Stuttgart mehr Polizisten als Motorradfahrer gibt.

  6. „Ich stelle mich an jeder Ampel vorne an. Ich rollere durch jeden Stau. Ich parke immer direkt vor der Tür bei den Fahrrädern. Ich mache das alles oft, weil ich praktisch täglich fahre. Und ich hatte noch nie Stress damit, obwohl es in Stuttgart mehr Polizisten als Motorradfahrer gibt.“

    Stimmt, so mache ich das auch und ich hatte auch noch nie Probleme damit. Nur einmal, als ich mich direkt an einem Polizeiwagen an der Ampel nach vorne gemogelt habe. Aber da haben die mich auch nicht dafür belangt, dass ich nach vorne gefahren bin, sondern, weil ich die Sperrfläche überfahren habe. Hätte ich das nicht gemacht, hätten die mich wahrscheinlich gar nicht angehalten.

    Und hier gibt’s ja auch schon viele Motorradfahrer, die freiwillig diese Augenkrebs verursachenden Westen anziehen. Wenn ich hier im Sauerland unterwegs bin, sehe ich das häufiger. Bei Gruppenfahrten mit großen Gruppen kann ich’s ja noch verstehen, wenn der erste und der letzte eine Signalweste tragen, weil man dann von vorne besser sieht, ob es auch der letzte über die Ampel geschafft hat, aber bei kleinen Gruppen von 5 bis 10 Motorrädern ist es eher sinnlos.

    Und das mit den Gesetzen ist so eine Sache. Irgendwann läuft das Fass auch mal über. Und seien wir ehrlich, langfristig werden CDU und SPPD so oder so aussterben. Ist ja jetzt schon so, dass denen die Wähler wegsterben. Nur ob’s die anderen dann besser machen, das weiß ich nicht.

    Wir werden sehen. Ansonsten: Ab in die Parallelgesellschaft und gut ist.