Was fährt man eigentlich in … Norditalien?

Im Rahmen des Familien-Sommerurlaubs hatte ich Anfang Juli die Möglichkeit ein paar Blicke auf die Zweiradszene zwischen Genua und Nizza (westliches Ligurien) zu werfen.

Und, was fährt man so in Italien? Genau, erstmal Roller.

Roller, Roller, Roller...

Roller, Roller, Roller…

Auf Platz zwei dann die Großroller und dann längere Zeit erst mal nichts.

Gut abgehangene XT

Gut abgehangene XT

Auch beliebt in den bergigen und kurvenreichen Gegenden des Hinterlandes: Enduros, gerne in groß (BMW GS oder Triumph Tiger) aber auch kleinere Varianten und sogar eine Yamaha Tricker habe ich gesehen. Dabei scheint die Altersschere ziemlich weit auseinanderzugehen, zwischen den beiden Extremen „nagelneu“ und „grade noch fahrbereit“ scheint es nicht viel zu geben.

Alte Cagiva Mito

Alte Cagiva Mito

(Natürlich) hat Italien auch den gefühlt höchsten Anteil an Ducatis im Strassenverkehr, und auch wer sich nicht die Zweiradprodukte aus einheimische Produktion leisten kann, der achtet doch zumindest auf ein gewisses Maß an Alltagsästhetik und greift beispielsweise eher nicht zur CBF, sondern lieber zur Hornet. Es triumphieren die Sinne über den nüchternen Verstand, Styling über Reichweite und Drehzahlen über Zuladungswerte… Nachahmenswert.

Dass der Motorradsport in Italien einen höheren Stellenwert hat als anderswo sieht man an der vergleichsweise hohen Anzahl an Supersportlern die dort unterwegs sind. Auch scheint der italienische Sportfahrer im Durchschnitt verantwortungsvoller zu sein, als seine Zweiradkollegen. Meist trifft man ihn mit mindestens zwei oder drei Teilen Sicherheitsbekleidung an, also z.B. Helm-Lederhose-Handschuhe oder auch Helm-Lederjacke-Stiefel. Echte Vorbilder halt, da können sich die leichtbekleideten Rollerfahrerinnen (Jethelm – luftiges Top – Schlappen) eine Scheibe abschneiden.

Was ist das denn?

Was ist das denn?

Über den Fahrstil der italienischen Kradisten gibt es indes nichts Neues zu berichten. Wären die deutschen Moppedfahrer ähnlich halsbrecherisch (oder entspannt routiniert?) unterwegs wie ihre südländischen Kollegen, hätte man das Motorradfahren hierzulande schon längst verboten.

Piaggio Ape

Piaggio Ape

P.S.: Ein typischer Vertreter der italienischen „Zweirad“-Kultur soll hier nicht unerwähnt bleiben und je weiter man sich in Landesinnere wagt, desto häufiger sieht man die Apes hier noch ihren Dienst tun und das wird sich in den nächsten Dekaden bestimmt auch nicht so schnell ändern…

3 Comments on “Was fährt man eigentlich in … Norditalien?

  1. Ich fand (diesen Sommer in der Toskana) auffällig, dass zwischen „ganz neu“ und „ganz alt“ wenig stattfindet. Und die Maxiroller (T-Max mit Akraprovic-Auspuff?! werde ich auch mal probefahren…) kaufen den echten Moppeds mal ganz locker den Schneid ab.

    Aber das Wichtigste: der Helm, meistens Momo-Design, muss zum Mopped passen 🙂

  2. Ja der Helm muss zum Moped fassen. Deinen Eindruck, dass es zwischen Neu und alt nicht viel gibt.

    Aber schöne „Oldtimer“ sind ja auch nett anzusehen.

  3. zwischen sogenannten „neu“ und „alt“ ist meist wenig unterschied. der „used-look“ ist ja derzeit total angesagt.