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Quasi “last-minute” noch mal mein persönlicher Rückblick auf das vergangenen Jahr 2009 sowie der Ausblick auf 2010…

Also, was passierte 2009 nun so motorradtechnisch?

Neues Motorrad

Die Trennung von der Langzeitbeziehung Thundercat fiel zwar schwer, doch das bessere ist nunmal des guten Feind und meine neue R6 ist fahrtechnisch nunmal einfach ein Traum. In der halben Saison in der ich das Mopped hatte kam ich immerhin auf 2300km – nicht viel, aber immerhin…

2 x Oschersleben

Einmal mit der YZF600R, einmal mit der R6. Über sieben Sekunden schneller – aber da geht noch was… Ich bin endgültig rennstreckensüchtig, leider gibt’s viel zu wenig Gelegenheiten, Zeit und Geld…

Motorradbloggersauerlandtour

Danke nochmal an Marc für die Einladung, eine klasse Tour durch das Sauerland war das! Das Highlight war natürlich, mal die Twitaliener Alexander, Marc, Patrick und Stephan kennengelernt zu haben. Wir sehen uns bestimmt in 2010 wieder…

Twitter

673 Tweets in einem Jahr, davon viele die einen Blogpost ersetzt haben könnten. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich das finden soll, trotzdem möchte ich Twitter nicht mehr missen…

und 2010?

irgendwie wiederholt sich ja alles… :-)

  • am 31.01.2010 bin ich wieder bei Lothar Schauer zum Indoor-Supermoto fahren. Ich hoffe, die neuen Supermotos sind die €20 extra, die die Veranstaltung nun kostet wert.
  • Für einmal Oschersleben habe ich bereits dieses Jahr schon bezahlt und der Gutschein liegt hier auf dem Schreibtisch. Jetzt gilt es nur noch einen Termin zu finden. Oder zwei…
  • Wie in den letzten Jahren keimte auch in diesem Winter im Freundeskreis wieder der Wunsch auf ein paar Tage in halbwegs erreichbare Hügellandschaften zu fahren (Eifel, Harz, Weserbergland oder so…) Hoffentlich klappt es mal wieder.

…und der R6 und dem MoppedBlog werde ich bestimmt treu bleiben, auch wenn es natürlich immer an Zeit mangelt…


Bereits vorletztes Wochenende begann für die R6 die besinnliche Jahreszeit, die noch bis Anfang März andauern wird…
Einmotten war angesagt, aber zuvor wurde noch mal fleissig geputzt und ein wenig ersteigertes Carbon wollte ich auch noch an die Maschine bringen. Als erstes kam die Hinterradabdeckung von Sebimoto dran. Ein schönes Stück, recht passgenau, nur eine Bohrung für eine Bremsschlauchhalterung musste ich anfertigen, sowie die Bohrungen für die Schrauben erweitern, damit die Buchsen aus der Originalabdeckung hineinpassen.

Vorher

Vorher

Während...

Während...

Nachher

Nachher

Gefällt mir gut, die neue Abdeckung, auch wenn es zwischen Schwinge und Carbon nun ein paar Milimeter Abstand gibt, bedingt durch die Buchsen, die noch die Originallänge haben, die neue Abdeckung aber nun etwas dünner ist als die alte…

Der zweite Carbonisierungsversuch schlug leider fehl. Die zwei Verkleidungsseitenteile hätten bestimmt richtig gut ausgesehehn, doch leider passten sie nicht ans Mopped, da eine Haltenase vorn an der Verkleidung nicht als Nase, sondern als Klumpen ausgeprägt war. Vielleicht muss ich da im Winter oder nächsten Frühjar mal mit dem Dremel bei…

Verkleidungsseitenteile

Verkleidungsseitenteile

Also weiter mit der Putzarie… Nach der Bahndlung mit S100 und ein wenig schrubben, wischen und polieren, stand die R6 schon fast wieder wie neu da.

Gut durchlüften

Gut durchlüften

Noch einmal gut durchtrocknen lassen, Batterie raus, auf alles was irgendwie nach Metall aussieht WD40 drauf, Plane drüber und in eine geschützte Ecke im Carport gestellt – fertig!
Den Quatsch mit dem Teelöffel Motoröl im Zylinder (und dann den Motor noch einmal per Hand durchdrehen… hallo?!) von dem man immer noch hier und da liest erspare ich mir…


Im zweiten Turn lief’s dann weniger schnell, eine 1:59.8 stand auf dem Handy, was wohl an diversen Ablenkungen am Fahrbahnrand und dazugehöriger Flaggenwinkerei lag. Gleich drei bis vier Abflüge gab während dieses Turns inklusive eines Kurzen Rennabbruchs mit Durchfahrt durch die Boxengasse. Da hatten wohl so einige noch nicht richtig ausgeschlafen.

Wirklich optimal bewegte ich die kleine Schwarze auch noch nicht durch die Kurven. In der Hotelkurve oder in Turn 4 (Streckenverlauf) hätte man auch mit einem niedrigeren Gang fahren können, und auch beim Abbiegen auf Start/Ziel zeigte der Drehzahlmesser nur 8000 U/min an. Trotzdem beließ ich es dann mit dieser Gangwahl, denn im zweiten Gang bei fünfstelligen Drehzahlen hing meine Yamaha so nervös am Gas, dass ich mehr mit Kurskorrekturen als mit flottem Rausbeschleunigen zu tun hatte. Dann lieber “Wohlfühlprogramm” und an den Kurvengeschwindigkeiten arbeiten.

Racechrono lesson

Racechrono lesson

…und das mit den Kurven klappte dann auch von mal zu mal besser. Linksrum ja sowieso, da konnte ich mittlerweile die Pads nach Belieben schleifen lassen (was für ein Gefühl…) doch auch in den Rechtskurven gewann ich langsam mehr Vertrauen und schlingerte nicht mehr (ganz so) ums Eck, sondern ließ mich einfach etwas weiter zur Fahrbahnmitte treiben und versuchte etwas Schwung mitzunehmen. Im vierten Turn hatte ich dann auch mal eine zeitlang niemanden vor mir und hatte am Ende meine persönliche Bestzeit von 1:53.1 auf der Uhr.

7,5 Sekunden schneller als noch vor 3 Monaten als mit der Thundercat. Ich hatte vor einem Jahr ja mal hier und dort die Frage gestellt wo die Sekunden herkommen bzw. bleiben und die kühne Behauptung aufgestellt, 10 Sekunden (damals noch im Vergleich zu einer 2:04.5) könnten mit Top-Material schon drin sein. Nun ist die R6 ja auch schon 4 Jahre alt und wenn ich mich mal im Dreisatz versuche… 7,5 Sekunden schneller mit 9 Jahre jüngeren Motorrad macht knapp 11 Sekunden auf einer 2009er Maschine -  Hurrah, ich könnte 1:4Xer Zeiten fahren!

Jaja, spart Euch die Kommentare, ich weiß, das hinkt vorne und hinten und ich gehe davon aus, dass ich dieses mal mit der Thundercat auch (knapp) unter 2:00 gefahren wäre, also abhaken das Thema (bis ich demnächst mal eine Hochrechnung auf eine Rundenzeit mit einer 1000er aufstelle… ;-) ).

Helmut, Mark und ich starteten immer zeitgleich, so dass man sich einander immer noch mal eine zeitlang gegenseitig beim Fahren bestaunen und vielleicht noch die ein oder andere Herbrennung im Freundeskreis zelebrieren konnte. Meist fiel ich in der erste Runde etwas zurück, weil ich der Meinung war, es erst mal ruhig angehen zu müssen und auch die Reifen noch auf Temeperatur kommen lassen wollte, doch spätestens auf der Gegengeraden packte es mich wieder und versuchte wieder aufzuholen. Während Mark mit seiner Mille Factory immer mehr Meter zwischen uns brachte, schrumpfte der Abstand zu Helmuts R1 von Sektion zu Sektion, bis sich dann folgendes immer wieder wiederholte: In geringem Abstand laufen wir auf eine Kurve auf und ich versuche mit einer alternativen Linie (mal innen mal aussen, ein Konzept hatte ich nicht) bei etwas höherer Kurvengeschwindigkeit an Helmut vorbeizuziehen. Am Kurvenende, wenn ich schon auf Höhe des R1-Hinterrades bin, kreuzen sich dann wieder unserer Linien, ich gehe kurz vom Gas, um ihm nicht hintenreinzufahren und weg ist er entlang der nächsten Geraden… Zurück auf Los.

Die Yamaha-Schwestern einträchtig nebeneinander

Die Yamaha-Schwestern einträchtig nebeneinander

Bis auf ein Mal, wo es mir gelang, tatsächlich schneller aus der McDonalds zu kommen war ich also auf kleine Fahrfehlerchen angewiesen aber so ist das wohl nunmal, wenn mal als Hubraumminderbemittelter unterwegs ist.

Im vorletzten Turn 5, dann das Lowlight des Tages. Nach etwa 2/3 des Turns lasse ich mich mal wieder von Helmut durch die Kurven ziehen als ich plötzlich am Ausgang der Shell-Esses aufgewirbelten Dreck und ein silbriges Motorrad in demselbigen sehe. “Uh-oh, das darf doch nicht…” Zwei Sekunden später, im vorbeifahren, dann die traurige Gewissheit: Da liegt Marks Mille im Kies. Verdammt. Immerhin erfasst das Auge noch einen schon wieder stehenden Mark, trotzdem ist für Helmut und mich klar, dass dieser Turn gelaufen ist und wir nehmen die Ausfahrt Richtung Fahrerlager (was zu diesem Zeitpunkt gar nicht so schlecht war,  da ich schon zu Beginn der Runde die Reservelampe aufblitzen sah…)

Nach vielen Vorbeifahrten in den vorherigen Turns hält diesmal der Schandkarren auch vor unserer Tür und liefert einen erstaunlich gefassten Mark sowie eine einseitig zerschrammte Mille ab. Dem Mensch fehlt nichts (nur blaue Flecken sind hinzugekommen) und der Maschine fehlt ein wenig Plastik (größtenteils von den üppig dimensionierten Sturzpads), sowie ein Stück vom Kupplungshebel. Rahmen, Gabel und Schwinge blieben aber unversehrt.  Der linke Lenkerstummel, sowie Schalthebel waren verbogen. Letzterer sich sich mit Yamaha-Bordwerkzeug wieder halbwegs richten, der Stummel muss demnächst neu aber nach einer Viertelstunde war die Factory schon wieder fahrbereit auch wenn Mark dann auf den letzten Turn verzichtete und sich lieber mit der Videokamera in die Hasseröder stellte, um mal ein paar Bewegtbilder zu schießen. Bin gespannt, wann ich die zu sehen bekomme…

MPP2CT

MPP2CT

Auch wenn wir alle auf das wegrutschende Aprilia-Vorderrad in Turn 5 hätten verzichten können, gelohnt hat es sich trotzdem. Für unsere Verhätnisse waren wir richtig schnell und ich glaube, ich habe sogar meine Rechtskurvenschwäche teilweilse überwinden können. In den letzten Turns brachte ich dann doch mal das rechte Knie, sowie den Fußrastennippel (links fehlt er schon) auf den Asphalt, was irgendwie befreiend war. Irgendwie fällt mir das “sich locker hängen lassen” aka Hanging-off auf der Gashand-Seite nicht so leicht… aber es wird. Ich habe Hoffnung geschöpft.

Gegen 15:30 hatten wir dann die Yamahas auf dem Hänger und folgten dem Kompass Navi Richtung Norden. Kurz vor Neun hatte ich dann Helmut, die R1 und den Hänger an Ihren Bestimmungsort gebracht. Bis zum nächsten Mal…


Wer hätte das gedacht, ein zweiter Trainingstermin in Oschersleben in diesem Jahr. Wie schön, doch mir war es eigentlich schon beim Kauf der R6 klar, dass ich sie möglichst bald auch mal auf der Rennstrecke bewegen wollte.

Als würden meine Mitstreiter Helmut und Mark mir die von mir angedachte Rolle des Gruppenschnellsten nicht gönnen, hatten auch sie kurzerhand ihren Fuhrpark aufgerüstet und so gingen wir nun alle mit neuem Gerät an den Start: Helmut hatte kurzerhand seine 636B gegen eine R1 (RN12) getauscht (vormittags verkauft, nachmittags gekauft) während Mark der Zweizylindrigkeit treu blieb und von der TL1000S auf eine 2004er Mille Factory umschwenkte. Zumindest was die PS-Zahlen anging, musste ich mich also schon wieder hinten anstellen.

Egal, schließlich ein lautete unser Mantra, daß wir nicht auf der Rennstrecke wären um Rekorde zu brechen (höchstens unsere eigenen), sondern um Spaß zu haben und ein bisschen schnell Motorrad zu fahren. Schließlich fahren wir hier mit unseren (uns) teuren Straßenmotorrädern und zu Hause warten noch Familie, Haus und Job auf uns…

Wieviel von solchen Vorsätzen übrig bleibt, wenn man erst mal die Einführungsrunde hinter sich hat, weiß jeder, der schon mal über eine Rennstrecke gefahren ist…

Die R1 war auf dem Weg ein wenig schmutzig geworden...

Die R1 war auf dem Weg ein wenig schmutzig geworden...

Aber der Reihe nach. Die Anreise Richtung Mitte der Republik startete wie schon im Mai, d.h. Helmut holen, Hänger holen, R1 drauf, in HH die R6 drauf und ab nach Gardelegen, wo bereits ein eingeheizter Grill auf uns wartete. Nachdem wir uns gegenseitg zu unseren Neuerwerbungen gratuliert hatten, wurden routiniert Grillfleisch und bernsteinfarbene Brauereierzeugnisse konsumiert, bevor wir Rennstreckenvideos “richtiger” Rennfahrer analysierten und versuchten, den Abend nicht zu spät zu beenden… so etwa 5 Stunden Schlaf sollte man schon haben, wenn man am nächsten Tag Höchleistungen vollbringen will.

Gegen 7:30 kamen wir in der Motorsportarena Oschersleben an und stellten nach Studium des Zeitplanes fest, dass uns ein zwei Stunden kürzeres Training als gewohnt erwarten würde. Bereits um 15 Uhr war das Ende anvisiert, dann würde so eine Art Polo-Cup die Strecke entweihen. Dafür wurde allerdings auch nur in drei Gruppen gefahren, die jeweils 6 Turns à 20 Minuten absolvieren durften (im Mai waren es 7 à 15 Minuten).

Unser Rennsamstag war wettertechnisch eingebettet in einen regnerischen Freitag und einen heißen Sonntag. Mehr als 24 Grad bei etwas Bewölkung sollten es nicht werden und trocken sollte es auch bleiben. Perfekt.

Aprilia Mille Factory wartet in der Morgensonne auf ihren Einsatz

Aprilia Mille Factory wartet in der Morgensonne auf ihren Einsatz

Auf die obligatorische Fahrerbesprechung um 0800 folgen auch schon recht bald die Einführungsrunden, also schnell noch mal pullern, in die Rennkombi schlüpfen und schon mal das Mopped warmlaufen lassen. Natürlich ohne DB-Eater – den Spaß gönnte ich mir.

Nach den zwei Einführungsrunden im Touringmodus bei Überholverbot waren wir dann richtig angekommen in Oschersleben. Die Motorräder waren zwar neu aber die 3,7km kurviges Asphaltband fühlten sich schon wieder sehr vertraut an. Gleich im ersten Turn fuhr ich eine von RaceChrono gestoppte Zeit von 1:56.5 – immerhin 4 Sekunden schneller als meine beste Thundercat Zeit aus dem Mai.

Fortsetzung folgt…


War noch was? Ach, ja, im Urlaub war ich ja auch noch.

Die Anreise in die Normandie führte über Paris, wo sich wieder bestätigte, was ich hier schon mal postete. Die zweirädrigen Verkehrsteilnehmer sind im Bewusstsein der Dosenfahrer so weit angekommen, dass ein halbwegs gefahrloses sowie flüssiges Vorankommen für den “Motard” möglich ist. Dabei handelt es sich bei den Befahrern der “Fahrstreifen zwischen den Fahrstreifen” nicht ausnahmslos um lebenmüde Irre, sondern meist einfach nur um Leute, die zur Arbeit wollen. Hätte ich die Kamera parat gehabt und wären sie nicht immer so schnell wieder aus dem Blickfeld verschwunden, hätte ich auch ein paar schöne Supersportler mit Anzugträger obendrauf fotografieren können

An der Kanalküste angekommen konnte ich dann einen genaueren Blick auf den französischen Kradbestand werfen. Favorisiert werden bei unseren westlichen Nachbarn Naked Bikes und auch Sportler, diese gerne auch etwas älter. Ein paar schöne Examplare habe ich mal festgehalten:

Große Gixxer gesichtet in Etretat

Große Gixxer gesichtet in Etretat

Kleine TZR im Hafen von Honfleur

Kleine TZR im Hafen von Honfleur

Zweitakter sind dortzulande übrigens noch sehr präsent – vielleicht ist das aber auch nur eine subjektive Einschätzung von jemanden, der in der Nähe einer Straße geschlafen hat… ;-)


Und wech...

Und wech...

Da geht Sie hin, meine Nils’ Thundercat.

Ich denke, sie wird es gut haben. Nils ist nett, macht eine Weiterbildung zum Zweiradmechaniker und hat mir sogar angeboten, bei aufkommender Sehnsucht noch einmal “meine Ex” fahren zu dürfen, da er auch in der Gegend wohnt. Ob ich das Angebot annehmen werde, weiss ich aber nicht – nachher wird man wohlmöglich noch schwach…


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