Hamburger Stadtpark Revival 2013

Letzten Samstag habe ich dieser Veranstaltung mal wieder einen Besuch abgestattet.

Die anwesenden Autos waren auch nicht ohne, doch auf dem 1,7km langen Rundkurs haben die Moppeds bestimmt die bessere Show abgeliefert. Teilweise haben die Jungs echt alles gegeben, von der 50Kubik-Rennkreidler bis zur Yamaha OW01.

Was fährt man eigentlich in … Norditalien?

Im Rahmen des Familien-Sommerurlaubs hatte ich Anfang Juli die Möglichkeit ein paar Blicke auf die Zweiradszene zwischen Genua und Nizza (westliches Ligurien) zu werfen.

Und, was fährt man so in Italien? Genau, erstmal Roller.

Roller, Roller, Roller...

Roller, Roller, Roller…

Auf Platz zwei dann die Großroller und dann längere Zeit erst mal nichts.

Gut abgehangene XT

Gut abgehangene XT

Auch beliebt in den bergigen und kurvenreichen Gegenden des Hinterlandes: Enduros, gerne in groß (BMW GS oder Triumph Tiger) aber auch kleinere Varianten und sogar eine Yamaha Tricker habe ich gesehen. Dabei scheint die Altersschere ziemlich weit auseinanderzugehen, zwischen den beiden Extremen „nagelneu“ und „grade noch fahrbereit“ scheint es nicht viel zu geben.

Alte Cagiva Mito

Alte Cagiva Mito

(Natürlich) hat Italien auch den gefühlt höchsten Anteil an Ducatis im Strassenverkehr, und auch wer sich nicht die Zweiradprodukte aus einheimische Produktion leisten kann, der achtet doch zumindest auf ein gewisses Maß an Alltagsästhetik und greift beispielsweise eher nicht zur CBF, sondern lieber zur Hornet. Es triumphieren die Sinne über den nüchternen Verstand, Styling über Reichweite und Drehzahlen über Zuladungswerte… Nachahmenswert.

Dass der Motorradsport in Italien einen höheren Stellenwert hat als anderswo sieht man an der vergleichsweise hohen Anzahl an Supersportlern die dort unterwegs sind. Auch scheint der italienische Sportfahrer im Durchschnitt verantwortungsvoller zu sein, als seine Zweiradkollegen. Meist trifft man ihn mit mindestens zwei oder drei Teilen Sicherheitsbekleidung an, also z.B. Helm-Lederhose-Handschuhe oder auch Helm-Lederjacke-Stiefel. Echte Vorbilder halt, da können sich die leichtbekleideten Rollerfahrerinnen (Jethelm – luftiges Top – Schlappen) eine Scheibe abschneiden.

Was ist das denn?

Was ist das denn?

Über den Fahrstil der italienischen Kradisten gibt es indes nichts Neues zu berichten. Wären die deutschen Moppedfahrer ähnlich halsbrecherisch (oder entspannt routiniert?) unterwegs wie ihre südländischen Kollegen, hätte man das Motorradfahren hierzulande schon längst verboten.

Piaggio Ape

Piaggio Ape

P.S.: Ein typischer Vertreter der italienischen „Zweirad“-Kultur soll hier nicht unerwähnt bleiben und je weiter man sich in Landesinnere wagt, desto häufiger sieht man die Apes hier noch ihren Dienst tun und das wird sich in den nächsten Dekaden bestimmt auch nicht so schnell ändern…

Es tut sich was: Neue Yamaha MT-09

Jetzt musste ich doch mal eben in der Blog-Historie nachschlagen, wann ich das letzte mal über Yamaha-Neuheiten berichtet habe… Ich befürchte es war 2008, als Yamaha die neue R1 vorstellte. Ich glaube das lässt nicht nur Rückschlüsse auf mein degressives Bloggingverhalten zu, sondern auch über die Anzahl neuer, interessanter Modelle, die in letzter Zeit aus Hamamatsu kamen.

The dark side of Japan (?!)

The dark side of Japan (?!)

Nun also die (für mich unerwartete) Vorstellung der MT-09, die im Oktober bei den Händlern stehen soll. Optisch liegt dieser „Sportler“ zwischen der MT-01 und der MT-03 mit vielleicht einem Hauch V-Max, eine wirkliche Neuheit ist der leichte 850er Dreizylinder, der 115PS und 85Nm liefern soll. Ich stelle mal in den Raum, dass dieses komplett neu entwickelte Aggregat nicht allein für die MT-09 entworfen wurde und noch ein, zwei andere Modell mit dem gleichen Motor in der Produktpipeline warten.

Yamaha MT-09

Yamaha MT-09

Mit einem Trockengewicht von 171kg, einem handlingorientierten Fahrwerk und dem Dreizylinder zielt die neue Yamaha ziemlich klar auf den Bestseller und Testsieger Triumph Street Triple, die auch einen betörenden Motor bietet aber einen kleinen Hubraumnachteil hat.

Auch in Sachen Preis will Yamaha konkurrenzfähig sein und ruft €7.500 (€8.000 mit ABS) auf. Wenn die MT-09 bei den anstehenden Vergleichstest nicht komplett versagt, könnte sich das Teil also sich in der nächsten Saison wirklich gut verkaufen.

 

Honda Testtage 2013

Was gibt’s eigentlich Neues bei Honda? Um diese Frage nicht unbeantwortet zu lassen lud @ollifra73 im Namen von Honda auch in diesem Jahr wieder zum fröhlichen Motorradtesten ins nordbayerische Weibersbrunn. Diesem Ruf folgte die motorradbloggende und -twitternde Gemeinde nur all zu gerne.

Die Fahrzeuge auf meiner Wunschtestliste fingen an diesem Tag alle mit ‚CBR‘ an und endeten auf einem sportlichen ‚R‘ oder gar supersportlichen ‚RR‘. Wie der Zufall so wollte waren meine Wunschkandidaten auch immer zum richtigen Zeitpunkt frei für mich.

CBR500R

CBR500R

CBR500R in freier Wildbahn

Also rauf auf die erste große Neuheit des 2013er Modelljahrgangs. Der neue 500er Zweizylindermotor ist auch noch als F- (naked) und X-(„Adventure“)Version zu haben und die magischen 48PS zielen auf alle die, die demnächst ihren A2-Führerschein in den Händen halten.

Die Unterschiede zwischen der F- und der R-Version sind eigentlich nur die sportliche Verkleidung und der etwas tiefer liegende Lenker an der R. Die klassische Supersportler-Haltung bleibt dem CBR500R-Piloten aber erspart. Die Sitzposition würde ich noch als recht entspannt und einsteigerfreundlich beurteilen und auch das Handling wird niemanden überfordern. Ein wirklich nettes Einsteigermopped für gut €6000.

Jetzt könnte man sich ja fragen warum Honda sich plötzlich selbst Konkurrenz zu den im letzten Jahr sehr erfolgreich verkauften NC700-Modellen macht, die ebenfalls preisgünstige 48PS-Kräder sind und auch in Naked und Adventure-Versionen angeboten werden. Für welche Modellreihe man sich entscheidet ist letztendlich Geschmackssache und zwar nach welcher Art Motor einem der Sinn steht. Der 700er ist im Antritt deutlich kräftiger, gibt sich aber nicht besonders drehzahlfreudig und läuft (grade beim Erstkontakt) gern mal in den Begrenzer, während der 500er höhere Drehzahlen fordert, um die ganze Leistung abzurufen. Wie gesagt: Geschmackssache, Pils oder Weißbier, Benzin oder Diesel..

CBR1000RR Fireblade

2xCBR500R =  CBR1000RR? Mitnichten, denn genausowenig sind 2 x 48PS gleich 178PS … Die Fireblade hat sich das Doppel-R wirklich verdient, denn schon beim Aufsitzen wird klar dass das hier nichts mit der vermeindlichen Sportlichkeit der kleinen CBR500R zu tun hat. Die vorgegebene Sitzhaltung ist zwar noch halbwegs alltagstauglich fördert aber den innigen Kontakt zur Maschine, das LCD-Display ist groß und sehr gut ablesbar, alle Hebel und selbstverständlich auch das Fahrwerk sind seit je her einstellbar und sehr feinfühlig aus dem Endtopf grummelt es auch sehr erwachsen. Das ist Rennsport in Serie, das ist ‚the real thing‘ und das ist der Grund warum der engagierte Motorist dafür auch €9000 Euro mehr als für eine 500er zu bezahlen bereit ist.

Fireblade (Tricolor)

Fireblade (Tricolor)

Nun lassen sich die Vorteile einer sportlichen Sitzhaltung und 178PS bei 12.000 Umdrehungen auf verwundenen Landstraßen nicht wirklich auskosten, trotzdem bekommt man bei jedem Dreh am Gasgriff und in jeder sauber gezogenen Kurve vermittelt, wozu die Fireblade eigentlich im Stande wäre, wenn man sie nur ließe. Vielleicht fühlt sich das Mopped dann zwar nicht ausgelastet, man selbst hat aber einen Heidenspaß.

CBR600RR

Ich mag ja die 600er Supersport-Klasse, auch wenn sie, wie wir in der Präsentation zur Mittagspause lernen mussten, dabei ist auszusterben. Trotzdem spendierte Honda für dieses Modelljahr noch einmal eine neue Gabel, die Fireblade-Aluräder und ein kleines Verkleidungs-Facelift. All das kombiniert mit einer Preissenkung sollte doch dafür sorgen können, die Verkäufe stabiler halten zu können als bei der japanischen Supersport-Konkurrenz.

CBR600RR

CBR600RR

Natürlich muss man auf der Straße die Drehzahl ein wenig höher und die Gänge ein wenig niedriger wählen, wenn man ähnlich flott unterwegs sein will wie mit der Fireblade, doch der Eindruck bleibt der gleiche: hier hat man es mit einem echten Sportgerät zu tun und eigentlich müsste man das Maschinchen besser mal auf der Rennstrecke testen…

VFR1200F

Anschließend hieß es dann „entspannt aus dem Vollen schöpfen“, während @schrm und @griesgram999 vor mir die Supersportler trieben hatte ich auf der Landstraße mit der mir schon bekannten 1200er VFR mit ihrem V4 keine Mühe „dran“ zu bleiben. Ein Dreh am Gasgriff, ein sattes „Prööööt“ aus dem Endtopf und schon war man wieder auf Augenhöhe.

CB1000R

CB1000R

CB1000R

Nach dem Mittag noch etwas Spaß haben während man darauf wartet dass vielleicht mal eine CB1100 frei wird. Ich denke hier haben wir eines der besten Landstraßenmoppeds, die Honda im Angebot hat. Der Fireblade-Motor macht auch mit „nur“ 125PS mächtig Spaß, wichtig ist hier ja hauptsächlich, dass satt Drehmoment geliefert wird, ohne den Motor kreischen lassen zu müssen. Dazu noch ein richtig breiter Lenker (also aus Sportler-Perspektive…) und die 222kg lassen sich easy um die Kurven zirkeln. was ich mir am Ende der Testfahrt nur gewünscht hätte wäre ein wenig Verkleidung, denn es begann langsam zu regnen…

Gold Wing

Die Gold Wing Schwestern

Die Gold Wing Schwestern

Regen? Verkleidung? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Motorräder – also rauf auf die Gold Wing! Griffheizung an, Sitzheizung an, Musik an … ach nee schnell wieder aus – ich hör lieber den säuselnden Sechzylinder-Boxersound! Das Visier kann offen bleiben und die Lederkombi bleibt auch trocken, während man die über 400kg überraschend agil durch die Landschaft bugsiert. Nur anhalten darf man nicht, sonst könnte man nass werden. Die neue im Bagger-Look daherkommende Gold Wing F6B sieht zwar deutlich schärfer aus als die klassische Gold Wing und wiegt 28kg weniger, jedoch hatte Pilot @ernietroelf das Nachsehen, was den Wohlfühl- und Trockenbleibfaktor angeht. In den Genuss des wunderbaren Einskommaachliter(!)-Motors kam er aber trotzdem.

Was blieb?

MSX125

MSX125

Wow, sechs Motorräder gefahren und trotzdem bleiben noch Dinge unabgehakt: Die sehr schicke CB1100 im CB Sevenfifty-Gedenklook und die spaßversprechende MSX125, die leider nur zum Anschauen im Innenraum zur Verfügung stand und bei allen Testfahrern (un)heimliche Begehrlichkeiten weckte. Ich bin gespannt was sich mit diesem kleinen 10PS/100kg-Gefährt so alles anstellen lässt.

Auch bei Regen gibt es für den gemeinen Motorradfahrer ja was zu tun. Kaffeetrinken und Benzin reden oder wie in unserem Fall: Kaffe trinken, Kuchen essen, Benzin und Internet reden, bekannte und neue Gesichter sehen und Honda (vergeblich?) davon zu überzeugen, mit Aufsitzrasenmähern eine Alpenquerung zu wagen… Schön wars, Danke für die Einladung!

Die große Presseschau zu den Testtagen gibt es übrigens hier.

Was fährt man eigentlich in Hongkong?

Hauptsächlich Auto würde ich sagen… und Bus und viel Metro. Trotzdem hatte ich mir vorgenommen, während eines einwöchigen Urlaubs in der Stadt am Perlfluss mal die paar Zweiräder abzulichten, die mir vor die Linse kommen sollten.

Anders als in anderen asiatischen Ländern sind Mop(p)eds hier nicht das typische Massentransportmittel, sondern eher der sehr gut ausgebaute ÖPNV. Mit Bus, Tram und U-Bahn kommt man eigentlich überall hin. Die Straßen gehören der Dosengemeinschaft, die zu 50% aus Taxis und (fast) 50% automobiler Oberklasse besteht.

So fährt man hier hauptsächlich beruflich Motorrad. Die meisten Motorradfahrer in Honkong sind entweder Polizisten…

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…oder liefern auf einer CB250 (nur in weiss) Essen aus.

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Da muss wohl in den Achtzigern jemand ein komplettes Containerschiff mit den Dingern bestellt haben…

Die Freizeitfahrer sind dann eher mit neueren (teureren) Maschinen unterwegs und man kann davon ausgehen, dass sie nachts in der Tiefgarage neben deutschen oder englischen Limousinen parken.

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Dabei ist es durchaus nachvollziehbar, dass sich die Expats ihre Moppeds mit nach Hongkong nehmen oder sich dort etwas kaufen, denn abseits der Ballungsgebiete Honkong Island oder Kowloon ist die chinesische Sonderverwaltungszone ziemlich grün und hügelig und der Verkehr ist dort durchaus erträglich. Dann muss man nur noch mit den im Sommer schwül-warmen Temepraturen zurechtkommen.

A propos chinesische Sonderverwaltungszonen: Macao ist durchaus auch eine Reise wert und in nur einer Stunde günstig von Hongkong zu erreichen. Richtig motorsportlich wird es dort aber nur zu Grand Prix Zeiten im November und man konnte im März nur schwach erahnen, wie es wohl ist, wenn die Boxengasse nicht als Garagen genutzt und die Tribünen gefüllt sind.

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Leid können einem die zivilen Kradfahrer tun,  die anscheinend auch an der Front ihr Kennzeichen präsentieren müssen.DSC_0157 Ausser Rollern gab es dort aber nichts zu sehen. Immerhin trugen diese zum südeuropäischen Flair der ehemalig portugiesischen Kolonie bei. Für eine Motorradtour hat Macao, das eigentlich nur aus der Stadt selbst und einigen gigantischen Casinos besteht allerdings nicht viel zu bieten. Nur einmal im Jahr kommt dann die ganze Welt zu Besuch – die meisten aber auch ohne Motorräder…

 

 

Honda Power of Dreams Testtage 2012

Für das vergangene Wochenende hatte ich in meiner Langfristplanung eigentlich Themen wie „Winterreifen aufziehen“ oder „Mopped einmotten“ vorgesehen. Diese Pläne wurden – glücklicherweise – aber durchkreuzt von einem Hochdruckgebiet und der ebenso kurzfristigen wie verheißungsvollen Einladung von Honda, doch mal wieder die aktuelle Modellpalette probezufahren. Aber gerne doch!

Angekommen in Mainz, wo man diesmal seine Zelte aufgeschlagen hatte, wurde ich gleich herzlich von Honda Motorradmarketingspezi @olifra73 und den lieben Bloggerkollegen empfangen und flugs in die grade begonnene Firmenpräsentation geleitet. Oho, ab 2013 wird Honda seine ersten Privatjets verkaufen – da gewinnen die Testtage bestimmt noch mal an Reiz…

Fuhrpark mit Bloggern

Fuhrpark mit Bloggern

So, nun aber fahren! @ernietroelf, @pistonpin, @schrm, @griesgram und ich beschlossen die Testrunden zusammen zufahren und die Maschinen dafür waren schnell gefunden.

Honda CRF250L

Ich hatte schon gehofft, dass diese neue, kleine Enduro zum Fuhrpark gehören würde und griff genau wie Herr Trölf gleich zu. Den 250er Single kennt man schon aus der CBR250R, in der Enduro-Version gibt’s 2 oder 3 PS weniger, dafür mehr Kraft „unterum“. Die CRF (die im Honda-Programm bezeichnenderweise im Bereich „Adventure“ – und nicht in „Cross & Trial“ – geführt wird) gibt sich benutzerfreundlich und frei von Schnick-Schnack. Aufsitzen, wohlfühlen, losfahren. Quasi das Brot und Butter-Modell für Endurofreunde. Die Sitzhöhe ist mit 87,5cm für Enduroverhältnisse sehr moderat und sicherte auch mir bei Bedarf Bodenkontakt. Im Stadtverkehr, durch den wir uns zunächst quälen mussten, macht so ein handliches Mopped natürlich eine gute Figur aber auch auf der kurzen Autobahnetappe war erst bei etwa 130km/h (geduckt) Schluss. Viereinhalbtausend Euro möchte Honda für das Maschinchen haben. Das ist recht fair, finde ich.

Zufällig – oder war es Schicksal – stießen wir auf ein in der Entstehung befindliches Industriegebiet mit viel Freiflächen, Schotter, Matsch und Pfützen. Jedem war klar, was nun passieren musste: Artgerechte Haltung von Geländemotorrädern!

Enduros in freier Wildbahn

Enduros in freier Wildbahn

Ralf crosst

Ralf crosst

Nachdem die begleitenden Crosstourer und Crossrunner dem losen Untergrund einen kurzen und harmlosen Besuch abgestattet hatten und für zu schwer befunden wurden (und um die schicke weiße Lackierung nicht zu entweihen) hatten wir massenhaft Spaß mit dem günstigen Kleincrosser. Das hätten wir nun eigentlich den ganzen Tag machen können aber nachdem sich Mensch & Maschine ausreichend schmutzig gemacht hatten traten wir den Rückweg an und gaben schuldbewusst die zwei ehemalig glänzenden CRFs ab, die dafür nun vor Authentizität nur so strahlten.

Fango FTW!

Fango FTW!

Beim Mittagessen erzählte uns Oliver von all den neuen Modellen, die in den nächsten Monaten noch zu erwarten wären (ohne jedoch zu konkret zu werden…) doch zumindest eine neue CBR600RR versprach er mir zur EICMA im November und kündigte für 2013 eine Viertverwertung des 700er Zweizylinders an, der sich in der NC700S/X in diesem Jahr ziemlich prächtig verkaufte.

Sneak preview

Sneak preview

Honda NC700S

Ebendiese NC700 bin ich selbst noch nicht gefahren, also stand für mich schon einmal fest, welche Zündschlüssel ich mir denn als nächstes schnappen würde. Ich entschied mich für die „S“-Version des Bestsellers und während sich Ralf die Kompaktschulung zur Bedienung der Gold Wing (= 15 Minuten) reinzog, klärte mich NC700S-Neubesitzer Patrick über die Vorzüge des Preiskrachers auf. Besonders schätzen an der Maschine würde ich ja das Helmfach unter der Tankattrappe, soviel Stauraum ist man als Motorradfahrer ja sonst nicht gewohnt. Das Design ist eigentlich recht schnittig, die Sitzposition aber schon sehr tourig. Insbesondere der (für mich) hohe Lenker ließ mich beim Anfahren mehrmals zu tief ins Leere greifen. Auch an das nutzbare Drehzahlband müsse man sich erst ein bis zwei Tage lang gewöhnen mahnte Patrick und rechte hatte er. Der Paralleltwin kommt äußerst gut von unten raus (wirklich sehr ordentliches Drehmoment) und rauscht ziemlich unmerklich bei ca. 6500 U/min in den Begrenzer ohne vorher irgendwie gequält oder angestrengt zu klingen. Würde mich mal interessieren, was der 670 ccm Motor zu leisten im Stande wäre, wenn man ihn ließe. Zum Ende unserer ausgedehnten Tour wusste ich aber wann ich zu schalten hatte, doch selbst falls ich schalttechnisch ein hoffnungsloser Fall geblieben wäre, gäbe es nun eine Lösung, denn seit kurzem gibt’s die NC700 auch mit DCT Doppelkupplungsgetriebe, die das Kuppeln und auf Wunsch auch das Schalten übernimmt.

Ein richtiges Motorrad für unter €6000

Ein richtiges Motorrad für unter €6000

Das gute Handling der 215kg (vollgetankt)-Maschine kam mir bei dem ein oder anderen Wendemanöver zu Gute als wir uns auf der Suche nach Kurven das ein oder andere Mal verfransten und dann doch wieder nur auf vollen Bundestrassen mit Sonntagsfahrern (und das am Samstag) landeten. Egal, der Weg ist das Ziel und für Norddeutsche wie mich birgt so eine Tour entlang von Weinbergen schon einen Hauch Exotik.

Zurück im Hauptquartier musste ich mich dann entscheiden zwischen Rollertesten mit Marc und Ralf oder Böötchen fahren mit Alexander und Patrick. Ich entschied mich für letzteres, denn das Böötchen (ein Hoch auf den Doppelumlaut!) hatte immerhin 2 x 90PS am Heck (Motoren entlehnt aus dem Honda Civic) und auch wenn unser Kapitän das kleine Aluboot als „Angelboot“ titulierte, ließ er es auf dem Main doch mal so richtig krachen. Selten kommen einen etwa 60 km/h so schnell vor wie auf dem Wasser und das enorme Drehmoment der Motoren, die Wendigkeit des kleinen Bootes sowie die starke Verzögerungswirkung des Wassers trieben noch mal richtig den Adrenalinspeigel in die Höhe. Ausgezeichnete Entscheidung das mit dem Böötchen…

Kapitän Trölf vor Böötchen

Kapitän Trölf vor Böötchen

Anschließend hieß es dann aber auch schon wieder Abschied nehmen von all den netten Leuten und Maschinen, denn Hamburg was calling. Also schnelle Veranschiedungsrunde, kurz anreißen, was man im nächsten Jahr noch so unternehmen könnte und los.

Ein toller Tag – Dank an alle Beteiligten und an Honda für die Einladung!