Protect your software

Endlich mal wieder etwas „original content“. Diesmal von meinem Bruder, der seit einigen Monaten in Indien unterwegs ist. Dieses Bild hier ist aus aus Puducherry, wo man offensichtlich mit IT-Referenzen versucht, den Moppedfahrern vor Ort die Vorzüge des Helmtragens nahezubringen.

Wear hardware - Protect your software

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Mit wenig Erfolg wie es scheint. Dafür stimmt der Auslösezeitpunkt für das Bild auf die Millisekunde…

Hamburger Stadtpark-Revival

Heute einmal wenig Text und dafür mehr Bilder…
…vom Hamburger Stadtpark-Revival. Ein echter Augen- und Ohrenschmaus für alle, die auch nur ein Tröpfchen Benzin im Blut haben.
Auch die Vierräder waren durchaus sehenswert, die habe ich aber nur bei Google+ hochgeladen, bin hier ja schließlich nur monothematisch unterwegs… 😉

Meine Heidbergring-Premiere

Warum in die Ferne schweifen, wenn die nächste Rennstrecke nur 10 Minuten vom eigenen Zuhause entfernt ist. Merkwürdig eigentlich, dass ich dem Ruf des Heidbergrings bislang noch nie gefolgt bin. Vielleicht weil der Kurs mit 850m Länge nicht gerade Grand-Prix Ausmaße hat, trotzdem aber für Training oft Preise deutlich über €100 aufgerufen werden.
Per Zufall stieß ich aber auf das Angebot von „Speedy Martini„, bei denen ein Tag freies Fahren auf dem kleinen Ring in Geesthacht bei Hamburg für €99 angeboten wurde. Also schnell noch mal nachgefragt, ob denn noch Plätze frei wären und dann schnell gebucht.
Der 16.07. war einer dieser raren Sonnentage in diesem Sommer, eingebettet in einen verregneten Freitag und einen nassen Sonntag (Schwein gehabt!) und die Anmeldung um 08:00 am Samstag morgen fällt auch nicht ganz so schwer, wenn man erst um 07:50 losfahren muss.
Der Teilnhmerkreis war bunt gemischt, von Supersportlern auf Hängern bis zu kofferbewehrten Cruisern war alles vertreten.

Moppeds - bunt gemischt

Moppeds - bunt gemischt

Nach der Anmeldung gab es eine kurze Einweisung, wann welche der drei Gruppen fahren würde und eine  Vorstellung der Instruktoren,  sowie von Fiete, quasi dem „Lärmbeauftragten“ des Heidbergrings, der fortan mit seinem Schallpegel-Messgerät darüber wachen würde, ob wir denn auch alle unter den geforderten 93dB blieben. Ich meine, die R6 hat 92dB im Fahrzeugschein stehen aber auch mit dem (geschlossenen) BOS-Endtopf war ich leicht nervös, zumal die „Messungen“ stichprobenartig entlang der Strecke erfolgten. Wissenschaftlich fundiert waren Fietes Messungen mit den ständig wechselnden Abständen und Umweltbedingungen (der größe Teil des Kurses ist von Erdwällen umgeben) natürlich nicht, trotzdem wurde von allen Teilnehmern artig ein bis zwei Gänge hochgeschaltet und der Gasgriff nicht ganz aufgerissen, wenn der gute Mann irgendwo mit seinem Phonmesser auf die Strecke lugte.

Auch eine betagte Yamaha XJ550 taugt noch für die Rennstrecke

Auch eine betagte Yamaha XJ550 taugt noch für die Rennstrecke

Streckenverlauf Heidbergring

Streckenverlauf Heidbergring

Dem flüssigen Fahren war diese anfängliche Ablenkung nicht wirklich zuträglich, zumal ich besonders zu Beginn noch relativ eckig unterwegs war. Der Heidbergring ist wirklich recht klein und eng, d.h. wenn man halbswegs flott unterwegs sein möchte, ist man ständig in Bewegung. Dafür ist man aber auch ziemlich schnell ziemlich schräg unterwegs. Gegen Mittag hate ich schon das Problem, dass  meine Sidi-Stiefel erste Auflösungserscheinungen zeigten, weil ich nicht nur mit Seiten über den Asphalt raspelte (dafür hat der Stiefel ja austauschbare Schleifer), sondern ab und an auch mit der Fußspitze, die schon von einem früheren Supermoto-Training malträtiert war. Die sich langsam vom Stiefel lösen wollende Sohle wurde dann aber wieder mit Duct-Tape fixiert.

Stiefelmordende Fußhaltung

Stiefelmordende Fußhaltung

Zwischen den Turns griffen alle gerne auf das kleine Gratiscatering zurück, d.h. es gab Obst, Kaffee und Wasser nach Belieben. So etwas sollte eigentlich Standard bei Motorradtrainings sein, mit relativ wenig Aufwand hält man so alle Teilnehmer halbwegs fit.

In der Mittagpause griffen dann alle auf ihre mitgebrachten Stullen zurück, nur ich wurde beliefert – Frau und Kinder brachten mir Sandwiches und guckten ein paar Runden zu.

Ein weiterer neugieriger Pausenbesucher war ein Jungspund auf seiner Yamaha R125, der zufällig am Ring vorbeifuhr und offensichtlich an ein wenig Schräglage für sein kleines Mopped interessiert war. „Dann hol‘ Dir schnell ordentliche Klamotten und für €50 bist Du den Rest des Tages dabei!“ ließen ihn die Veranstalter wissen und die Nachmittagsrunden begleitete uns eine weitere, bestimmt nicht langsame Maschine.

Die zweite Hälfte des Trainings fuhren wir dann im Uhrzeigersinn um den Kurs, d.h. so wie der Ring eigentlich „gedacht“ ist. Ich muss sagen, dass mir die „falsche“ Fahrtrichtung vom Vormittag deutlich mehr zusagte, wahrscheinlich weil linksrum einfach meine Schokoladenseite ist. Man sieht es deutlich an meinen Knieschleifern…

Andere waren noch schräger als ich unterwegs...

Andere waren noch schräger als ich unterwegs...

Dass ich ein wenig eierig durch die Gegend fuhr blieb auch einen der Instruktoren nicht verborgen, der ab und an in der freien Gruppe mitfuhr. Er bot mit an, sich mal für ein paar Runden an den Hinterreifen seiner Honda NTV Hawk(!)zu heften und siehe da:  es klappte deutlich besser. Nicht perfekt aber immerhin…

Hmm, der Krümmer geht noch, oder?

Hmm, der Krümmer geht noch, oder?

Außerdem ließen gegen Ende natürlich bei mir wie bei allen anderen Teilnehmern die Kräfte und vielleicht auch die Konzentration nach. Der Fahrer einer schönen alten Guzzi leistete sich dann dummerweise am Ende der Geraden noch einen folgenschweren Verbremser und fügte sich und seinem Krad einige Blessuren zu.

Zum Veranstaltungsende war ich dann ziemlich platt und einen neuen Rundenrekord hatte ich auch nicht aufgestellt (nicht, dass ich wüsste, wo dieser läge…). Dafür war ich immerhin nach der Abschlussbesprechung ruck-zuck wieder zu Hause – Standortvorteil, wie schon gesagt…

Ich bin mir nicht sicher, ob ich nochmal mit der R6 auf den Heidbergring fahren würde, ich fand’s echt ein wenig zu hakelig, die Geraden sind zu kurz und die Kurvenradien mitunter winzig, als würde man ständig Kehren oder Serpentinen fahren. Mit einer SuperMoto allerdings wäre ich sofort dabei, ein handliches Motorrad ist auf dem kleinen Ring wirklich Gold wert und 120PS braucht man dort sowieso nicht.

Noch einmal mit der sympathischen Truppe von Speedy Martini zu fahren, könnte ich mir jedoch gut vorstellen, schließlich sind die auch auf anderen Kursen, wie dem Spreewaldring unterwegs.

Weitere Fotos vom Event gibt’s in meinem Google+ Album

Oschersleben ’11

Sonntag mittag: Maschine abtapen, Spiegel und Nummernschild abschrauben (wer braucht das schon?) und dann ab in Richtung Lübeck, Helmut, seine R1 und den Miethänger abholen. In HH die R6 aufladen und dann ab ins Basislager in der Altmark, wo Mark, die Mille Factory und ein vorgeheizter Grill auf uns warteten.

Ein Blick in unser 'Fahrerlager'

Ein Blick in unser 'Fahrerlager'

Der nächste Morgen empfing uns mit 1a Racingwetter und der Check-in bei Shell Racing mit einer kleinen Überraschung: Statt wie gewünscht und wie sonst auch in Gruppe 2 (zweitlangsamste) sind wir in die Gruppe 3 (zweitschnellste) einsortiert worden. Als Grund dafür wurde uns der besonders hohe Anteil an Neulingen genannt, der nun die langsameren Gruppen besiedeln sollte. Treibt ein erfolgreicher Stefan Bradl vielleicht tatsächlich die Möchtegernracer auf die Rennstrecke?
Die Einführungsrunde lief gut. Die R6 lief smooth, die neuen Bremsbeläge verzögerten anständig und nach ca. 6 Kilometern Einfahren küsste das Knie schon den Asphalt – herrlich, das hatte ich vermisst.
Eine Gruppe 3 bei einem Renntraining hatte ich mir aber anders vorgestellt. Während ich die letzten Jahre noch öfter mal von diversen Maschinen verblasen wurde, zog diesmal allenfalls auf den 2 Geraden hier und da mal eine 1000er an mir vorbei. Dafür – und das prangere ich an! – blockierten die tollen Typen auf ihren dicken Maschinen die Kurven und alles was irgendwie auf meiner Ideallinie lag. Dabei erreichte ich laut Racechrono nicht einmal die Rundenzeiten aus dem letzten Jahr, sondern war eher noch langsamer. So ist das vielleicht wenn einen keiner „zieht“.

Die R6 - einsatzbereit

Die R6 - einsatzbereit

Die typische Runde sah dann so aus: Tausender vor mir, bremst früh, ich gehe kein Risiko ein und bremse auch, da er in der nächste Sekunde meine Linie kreuzen würde. In der Kurve taste ich mich dann ran (innen oder außen, wo grad Platz ist) und am Kurvenende sind wir dann gleich auf und der Typ dreht den Hahn auf und zieht mit sein 50 Extra-PS davon. Frust. Repeat.
Ich glaube, ich bin zwei Runden hinter einem Kilogixxer-Fahrer hinterhergefahren, der mich die ganze Zeit mit seiner rückwärtig angebrachten Kamera filmte. Der wird komisch gucken, wenn er zu Hause sieht, wie ich die ganze Zeit kopfschüttelnd hinter ihm herfahre. Zurück im Fahrerlager konnte ich dann sehen, wie sich die Helden aus seiner kleinen Gruppe der Superbiker gegenseitig zu Ihrer „gelungenen“ Runde beglückwünschten. Seufz…
Anderseits: Wahrscheinlich sah es bei uns vor ein paar Jahren beim ersten Renntraining ähnlich aus.
Das Fahrerfeld war dieses mal äußerst bunt gemischt, sogar eine DR350 wagte sich ins Teilnehmerfeld. Keine Ahnung, ob der Herr auf der kleinen Enduro das Training gewonnen hat aber Freude macht man sich, seiner Maschine und den übrigen Teilnehmern damit eher nicht. Er dürfte den kompletten Turn mit Vollgas gefahren sein…

Ein bunt gemischter Haufen Motorräder

Ein bunt gemischter Haufen Motorräder

Den Rennstreckenspaß konnte man uns aber nicht so schnell vermiesen. Zu selten kommt man nach Oschersleben und außerdem waren wir nicht angetreten, um Rekorde zu brechen. Der aktuelle Rundekord für Motorräder läge übrigens neuerdings bei 1:25 sagte man uns bei der Fahrerbesprechung. Da kann man schon mal ins Grübeln kommen, wo man eigentlich so ewig rumtrödelt, um im virtuellen Vergleich gute 25 Sekunden später über die
Ziellinie zu fahren… Vielleicht arbeite ich beim nächsten Mal wieder an meinen Rundenzeiten aber bei diesem Mal fehlte mir irgenwie die Motivation, meinen persönlichen Wohlfühlbereich zu verlassen, d.h. keine stempelnden Hinterräder, kein Bremsen auf der letzten Rille und auch der Hinterreifen sollte immer in der Spur bleiben.

Die R1 wartet auf ihren Einsatz

Die R1 in der ProViDa-Version

Es war also eigentlich alles wie immer: tolles Wetter, ein wenig Rennatmosphäre und wir hatten Spaß am (für unsere Verhältnisse) schnellen Fahren.
Neu war dieses mal, dass auch wir zu den Bekloppten zählten, die ihren Rennstreckenausflug auf Video bannen wollten. Der Ansatz war mit einer eigens von Helmut geschreinerten hölzernen Kameraaufnahme auf der R1 eher low-tech und low-budget und es zeigte sich schnell, dass die Videofunktionen unserer kleinen Digiknipsen den feinen aber schnellen Vibrationen auf dem eigentlich recht geschmeidigen japanischen Vierzylinder nicht gewachsen waren. Der alte Camcorder hingegen (immerhin schon mit Digitalbändern) brachte dann aber halbwegs akzeptable Resultate und so weiß ich nun auch, wie es aussieht, wenn man mir hinterherfährt. Nämlich so:

Ja, ich weiß, 1:5Xer Rundenzeiten schafft man auch ohne Knieschleifen, aber mir macht’s so mehr Spaß… 🙂

Neue Bremsbeläge an der R6

So sieht also ein abgefahrener Bremsbelag aus. Zumindest wenn man dem TÜV-Onkel glauben schenken will, der mir das als kleinen Mangel in den Prüfbericht schrieb. Ich würde sagen, der hätte noch eine Saison gehalten…

Bremsbeläge neu und alt

Bremsbeläge neu und alt

Aber egal, die neuen „sportlichen“ Klötze (EBC Goldstuff) waren ja schon bestellt und sehen natürlich auch viel besser aus…

Die 'Neuen'

Die 'Neuen'


Belagtausch bei der kleinen Yamaha ist übrigens denkbar einfach und alles was es an Werkzeug braucht ist eine Spitzzange und etwas Bremsenreiniger: Splinte rausziehen, Haltestift entfernen, Halteblech fällt runter, Altbelag raus, einmal alles saubermachen, Kolben etwas zurückdrücken, Neubeläge rein, Blech, Stift und Splint wieder rein – Fertig!
Nach dem Einbau fällt natürlich auf, dass der Bremspunkt merkbar „früher“ liegt, doch die Bremsleistung ist, das kann ich nach dem Besuch in Oschersleben schon mal sagen, recht überzeugend.

Wütende Motorradfahrer

Demo in Lyon

Demo in Lyon

Hut ab vor den französischen Motorradfahrern, von denen am letzten Samstag fast 100.000 auf die Straße gegangen gefahren sind, um gegen Warnwestenpflicht, Zwangsstaustehen, größere Nummernschilder und nicht zuletzt gegen einen völlig ignoranten Innenminister zu protestieren. Mehr Details (auf englisch) gibt es hier.

Allein in Paris beteiligten sich rund 15.000 an der Aktion, die nicht die letzte bleiben soll, wenn sich die Regierung nicht einsichtig zeigt.

Ganz schön eindrucksvolle Bilder aus unserem Nachbarland:

Was müsste hierzulande wohl passieren, damit sich solche Zweiradmassen in Bewegung setzen, um sich Gehör zu verschaffen?