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Jetzt ist es schon über zwei Jahre her, dass ich das letzte mal etwas über die Ablöse-Serie der 250er Zweitakter in der MotoGP geschrieben habe. Dabei haben sich mittlerweile so einige Dinge konkretisiert und werden praktischerweise im folgenden Video des Einheitsreifenlieferanten Dunlop erklärt.

Das hört sich nach einer ziemlich unaufgeregten Rennserie und fast schon wie ein Markencup (schließlich werden alle Teams den gleichen 600er Honda Motor fahren) an. Die Vorgaben für die Moto2 waren aber klar: günstig sollte die Serie für die Teams werden und wenn man die Entwicklungsarbeit auf das Chassis beschränken kann und teure Komponenten wie Titankomponenten oder Carbonfelgen verboten sind, gestaltet sich so eine Rennsaison schon mal deutlich günstiger.

Moto2 versteht sich also nicht mehr als Entwicklungsplattform für zukünftige Serienmodelle der Hersteller, doch da war man mit den 250er Zweitaktern auch schon meilenweit vom aktuellen Motorradmarkt entfernt.  Vielmehr sollen hier nun die zukünftigen MotoGP-Fahrer herangezogen werden und um die besten Fahrer zu ermitteln eignet sich eine Rennserie mit einheitlich Motoren und Reifen natürlich bestens. Mit bislang 39 Fahrermeldungen für die neuen 600er scheint das Konzept bei den Teams gut angekommen zu sein und wird bestimmt auch ein attraktiveres Startfeld als die aktuelle MotoGP bieten.

Was fehlen wird, ist die Identifikationsmöglichkeit mit den angestammten Motorradherstellern – es sei denn man wird nächstes Jahr Fan von Red Bull, Morikawi oder BQR. Ausnahme: Bimota wird wieder im Rennzirkus mitmischen und ein eigenes Chassis bauen. Die Verwendung von zugekauften Motoren hat dort ja aber auch Tradition.


Wie auf MCN zu lesen ist, werden in der MotoGP ab dem Jahr 2010 die 250er-Zweitakter durch eine Klasse von 600er-Viertaktern abgelöst. Ein entsprechendes Regelwerk ist im Entwurfsstadium und die ersten Reaktionen sind unterschiedlich. Bei KTM oder Aprilia ist man natürlich nicht besonders erfreut und vermutet, dass der Schritt zu den Viertaktern auf Druck von Honda von ursprünglich 2012 auf 2010 vorgezogen wurde.

Honda Racing hat bereits früher angekündigt, die Produktion von Zweitaktern Ende 2009 einzustellen und kann ab 2010 dann auf die 600er-Motoren zurückgreifen, die in Serie hergestellt werden. Die neue 600er-Serie soll nämlich keine reine Prototypen-Serie sein, sondern auf Serienmotoren aufbauen. Rahmen und das Drumherum sollen zwar Prototypenstatus haben, werden aber durch das Reglement gewissen Einschränkungen unterliegen.

Ganz schön restriktiv, was da so geplant ist (Auszug):

  • keine ovalen Kolben
  • einheitliche Einspritzung
  • eingeschränkte Übersetzungen
  • Drehzahlbegrenzung (Hallo?!)
  • 155kg Minimalgewicht für die Vierzylinder (das sind 7kg mehr als aktuell bei den 800ern)
  • keine Carbonbremsen oder -räder

Als (potentieller) Zuschauer stelle ich mir nun die Frage “Warum sollte ich mir das angucken?” Nur weil von der Supersport-WM so wenig im Fernsehen übertragen wird? Serienmotoren werden dort jedenfalls authentischer präsentiert, nämlich im (beinahe) Serienmotorrad. Vom zukünftigen Sprungbrett zur Königsklasse erwarte ich bitte keine Produktpräsentation der japanischen Hersteller, sondern Ingenieurskunst auf höchstem Niveau, High-Tech und eine deutliche Abgrenzung zu dem, was man auch im normalen Straßenverkehr sehen kann.


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