Neujahrsrituale: Jedermann Supermoto

Sonntag morgen, es ist 7:30, ich bin hundemüde und die Straßen vor mir sind gefroren. Trotzdem lässt mich die Aussicht, in den nächsten Stunden mit der rechten Hand die Brennräume eines Motorradmotors fluten zu können, vorfreudig lächeln.

Mittlerweile bin ich schon das vierte mal bei Lothar Schauers Jedermann Supermoto angemeldet und so langsam entwickelt man eine gewisse Routine. Ich weiss wie lange es bis zur Kartbahn braucht und die Plastikbox mit den Klamotten, Wasser und Snacks standen auch schon am Vorabend bereit.

Gruppe 1 nimmt Platz

Gruppe 1 nimmt Platz

Dennoch gab’s ein paar Neuerungen: Zum einen hatten die Kartbahnbetreiber die Bahn umgebaut (diese bot jetzt noch weniger gerade Strecken, war aber schnell zu lernen) zum anderen haben Schauer und Kollegen für diese Saison ein neues Motorrad zusammengebastelt, dass die alten 350er Betas abgelöst hat. Wenn man zwei Motorräder im Abstand von einem Jahr fährt, ist der direkte Vergleich (für mich)  zwar etwas schwierig aber allein der Aufwand, der in das neue Fahrwerk gesteckt wurde, ließe die Betas – so Lothar in einem Pausengespräch – wie „Kinderspielzeug“ aussehen. Der Rückschritt um 100 Kubik auf einen 250er Motor aus dem Hause Loncin wirkt sich auch nicht negativ aus. Nie hatte ich das Gefühl, die Supermoto würde auf der engen Strecke nicht aus dem Quark kommen oder schlechter beschleunigen als noch aus den Vorjahren gewohnt.

Flott ums Eck

Flott ums Eck

Slide, Baby...

Slide, Baby...

Auf jeden Fall findet man sich (wenn man schon mal per Supermoto unterwegs war) binnnen ein bis zwei Runden locker zurecht und der Spaß kann beginnen. Eigentlich – denn völlig untrainiert wie man ist, dank der ungewohnten Bewegungsabläufe und kalten Muskeln schmerzte nach den ersten 7,5 Minuten ersteinmal ordentlich die Handgelenke.

Glücklicherweise wurde es aber nach und nach besser und man konnte sich auf den Ausfall anderer sonst unterforderter Muskelgruppen konzentrieren…

Ebenfalls neu war, dass der Theorieteil für jede der drei Gruppen einzeln in jeweils zwei der etwa 15 minütigen Fahrpausen stattfand und nicht mehr wie sonst für alle gleichzeitig in einem Block. Zwar habe ich beim jetzt bereits vierten Hören des Theorieblocks bestimmt einige Teile ausgeblendet, trotzdem gab es auch immer mal Momente in denen ich dachte „Mist, hattest Du schon wieder vergessen – im nächsten Turn gleich ausprobieren!“ So ist das halt, wenn man Dinge nicht regelmäßig macht…

Die nur rund 15 Minuten lange Mittagspause (wäre länger gewesen, wenn alle Teilnehmer morgens pünktlich in der Karthalle gewsen wären…) nutzte Lothar S., um uns nochmal zu verdeutlichen, wie es aussieht wenn man das mit dem Supermotofahren etwas besser beherrscht (und dass auch Profis mal etwas über Ziel hinausschiessen…)

Zum Vergleich hier nochmal die (schnellste) Gruppe 1 „bei der Arbeit“…

Man sieht gewisse Unterschiede, denke ich… Es ist also noch Potenzial für weitere Supermoto-Veranstaltungen vorhanden.

In der kurzen Pause konnte man sich zwar noch etwas erholen, dennoch ist zumindest bei mir pünktlich zu Veranstaltungsende um 14:00 Uhr die Luft raus. Auf dem Motorrad gibt man zwar immer noch das Letzte und scheucht das Leichtgewicht um die Ecken (mit den Kräften die dem müden Körper noch bleiben) doch irgendwie bewegt man sich nach den Absteigen immer langsamer und träger…

Was danach folgte war wieder „the same procedure as every year“: Wiederaufnahme der verbrannten Kalorien bei Bulettenbrater und danach ab in die heiße Badewanne…